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Männer im Gebet

03.11.2015

Gesellschaft katholischer Männer begeht Gedenktag Reine Männersache

Gedenktage gibt es viele – so auch den Weltmännertag. Eingeführt wurde er, um darauf hinzuweisen, dass Männer eine geringere Lebenserwartung haben als Frauen. Auch die Gesellschaft Katholischer Männer im Erzbistum begeht diesen Tag.

domradio.de: Was ist an Frauen verkehrt, dass Sie sich in ihrer Gemeinschaft nur mit Männern auseinandersetzen?

Horst Ladenbauer (Gesellschaft Katholischer Männer im Erzbistum Köln): Wir haben uns gedacht, dass die Frauengemeinschaften in den Pfarrgemeinden ja überall präsent sind. Und für Männer und die speziellen Männerinteressen wurde eigentlich zu wenig gemacht. An der Stelle haben wir uns überlegt, dass die Gesellschaft Katholischer Männer eine neue Heimat bietet.

domradio.de: Im Prinzip sind Sie also eine Emanzipationsbewegung für den Mann?

Horst Ladenbauer: Das kann man so nicht sagen. Wir haben einfach andere Interessen.

domradio.de: Welche denn zum Beispiel? Welche Themen sind Ihnen denn als Männergemeinschaft besonders wichtig, bei denen Sie sagen, damit können die Frauen nichts anfangen?

Horst Ladenbauer: Die Frauengemeinschaften haben spezielle Fraueninteressen. Genau so gibt es auch bei Männern spezielle Interessen. So zum Beispiel, dass man sich als Männer untereinander austauscht, was Männer besonders interessiert. Da wollen wir den Männern auch Raum geben. Ob das nun das Gebet ist oder ob das einfach nur die Gemeinschaft ist.

domradio.de: Beten könnte man ja gemeinsam. Das macht man ja auch sonntags im Gottesdienst. Was war für Sie damals entscheidend, dass Sie gesagt haben, dieser Gemeinschaft schließe ich mich an?

Horst Ladenbauer: Für mich war entscheidend, dass dort spezielle Themen wie Glauben, Lebensinteressen oder sozialkritische Themen aufgegriffen wurden. Das hat mich angezogen. Ich bin ja jetzt seit gut acht Jahren dabei.

domradio.de: In einem Schreiben aus dem Jahr 1947 hat der damalige Kardinal Frings gesagt: "Das Männerwerk sucht alle katholischen Männer zu gewinnen, nicht nur die Gutgesinnten, die ohnehin mittun, sondern auch die religiös Abseitsstehenden." Inwieweit schaffen Sie das heute noch, wo immer weniger Menschen in die Kirche kommen?

Horst Ladenbauer: Das ist ein wirkliches Problem. Die Interessen, die die Männer allgemein heute haben, beziehen sich mehr auf andere Themen. Glaubensinteressen sind heute leider, leider in der Minderheit. Das macht uns als Gemeinschaft natürlich auch zu schaffen. Dennoch wollen wir nicht davon abgehen, Glaubensinhalte zu vermitteln. Das ist, glaube ich, auch heute noch der richtige Weg. Es gibt nach wie vor Männer, die sich für den Glauben interessieren, auch wenn es weniger als früher sind.

domradio.de: Wenn sich Männer überlegen, sich Ihnen anzuschließen, was haben Sie in der nächsten Zeit vor?

Horst Ladenbauer: Zweimal in Jahr haben wir Gebetswachen. Da wird eine Woche durchgängig, rund um die Uhr, vor dem Allerheiligsten gebetet. Das ist quasi die eucharistische Anbetung. Das geht von Freitag bis Freitag - einmal in der Fastenzeit und einmal in der Adventszeit. Dann haben wir die Paarexerzitien, die speziell den Glaubensinhalt der Karwoche haben. Und schließlich gibt es noch den Großväter-Enkel-Tag, wo Großväter mit Enkeln drei Tage zusammen sind und sich austauschen und ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben. 

Das Interview führte Daniel Hauser.

(dr)

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