Wolfgang Thierse
Wolfgang Thierse

11.04.2016

Thierse: Offener Dialog über Rolle der Religion "Eigenes vertreten, den anderen verstehen"

In der Flüchtlingsdebatte fordert der frühere Bundestagspräsident Thierse einen offenen Dialog über die Rolle der Religion. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" plädiert Thierse dafür "eine gemeinsame Sprache zu finden".

Für eine gelingende Integration müsse die Gesellschaft klären, "welchen (nicht nur historischen) Rang und welche Gegenwärtigkeit die christlich-jüdische Prägung unserer Kultur beanspruchen darf und soll", schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dieses Thema sorge vielfach für Irritation. "Man dient aber der Integration nicht, wenn man sich selbst verleugnet und nur noch 'Interkulturelles' für zeitgemäß und legitim hält."

Die Herausforderung des religiös-weltanschaulichen Pluralismus sei vielmehr, "diese Zumutung anzunehmen und sich der Anstrengung zu unterziehen, das Eigene zu vertreten und zu übersetzen, den anderen zu verstehen, eine gemeinsame Sprache zu finden." An einem solchen "gemeinsamen Bürgerbewusstsein" müssten alle miteinander arbeiten, so Thierse, der langjähriges Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist. Ein Beispiel für die Wichtigkeit dieses Dialogs sei das Gedenken an den Holocaust. Die vertraute Erinnerungskultur werde durch die Einwanderungsgesellschaft "auf den Prüfstand gestellt".

"Spaßkultur allein kann nicht gemeint sein"

Das ethisch-kulturelle Fundament der Demokratie müsse "immer wieder neu erarbeitet werden, es muss weitergegeben, vitalisiert, vorgelebt, erneuert werden", so Thierse weiter. Die islamistischen Terroristen nähmen den westlichen Lebensstil "so ernst wie der Westen vielleicht längst nicht mehr". Sie kämpften jedoch nicht nur gegen Hedonismus. "Nichts gegen Spaßkultur, aber sie allein kann ja nicht gemeint sein", betont der Politiker.

In der Flüchtlingssituation gelte es zudem, Empathie und herzliche Aufnahme zu verknüpfen "mit der nüchternen Einsicht, dass diese so sympathische Willkommenskultur übersetzt werden muss in den mühseligen Alltag von Integration". Notwendig sei eine ehrliche Debatte, "ohne Beschönigungen, aber auch ohne Dramatisierungen und ohne Hysterisierung", mahnt Thierse.

(KNA)

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