Papst Franziskus
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24.05.2015

Flüchtlinge in Südostasien Franziskus ruft zu internationaler Hilfe auf

Papst Franziskus hat in seinem Mittagsgebet zu Pfingsten der Flüchtlinge im Golf von Bengalen gedacht. Er würdigte die Länder, die den Menschen Unterkunft geben wollten.

Der Papst sagte beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz, das Schicksal dieser Menschen erfülle ihn mit großer Sorge. Er rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die Flüchtlinge auf. 

Im Golf von Bengalen, gelegen zwischen dem indischen Subkontinent und dem südostasiatischen Festland, treiben derzeit Tausende Flüchtlinge auf Booten, darunter viele muslimische Rohingya aus Myanmar sowie verarmte Bangladescher. Ihnen fehlen Nahrung und Trinkwasser. Sie hoffen auf Aufnahme in südostasiatischen Ländern wie Thailand, Indonesien oder Malaysia.

Polizei entdeckt Massengrab

Ein Massengrab mit etwa 100 verscharrten Leichen hat in Südostasien am Sonntag einen Schock ausgelöst. Es handelt sich nach ersten Ermittlungen um muslimische Rohingya aus Myanmar, die in ihrer Heimat verfolgt werden und zu Tausenden geflohen sind. Skrupellose Schlepper nutzen ihre Notlage gnadenlos aus, wie Überlebende berichtet haben. Sie halten die Leute als Geiseln fest, bis ihre armen Familien Hunderte Dollar für die Weiterreise locker machen.

Die Polizei entdeckte die verscharrten Leichen nach Angaben von Innenminister Ahmad Zahid Hamidi vergangene Woche an der Grenze zu Thailand. Er sei schockiert, sagte er am Sonntag. Ende April waren in Südthailand bereits mehr als zwei Dutzend Leichen, vermutlich von Rohingya, in verlassenen Dschungelcamps entdeckt worden.

Flucht unter katastrophalen Bedingungen

Die Flucht der Rohingya hat das größte Flüchtlingsdrama in Südostasien seit Jahrzehnten ausgelöst. Sie sind auf überfüllten Fischerbooten mit zu wenig Essen und Wasser und katastrophalen hygienischen Zuständen unterwegs. Mehr als 2500 kamen inzwischen teils völlig geschwächt an Küsten Malaysias und Indonesiens an.

Menschenrechtler befürchten, das noch mehrere Tausend auf dem Meer treiben. Aber Indonesiens Marine erklärt, sie habe bei Patrouillen in den vergangenen Tagen keine weiteren Boote entdeckt. Umstritten ist, wie viele der Menschen tatsächlich Rohingya und wie viele Bangladescher sind. Unter den fast 1800 Ankömmlingen in Indonesien waren nach Behördenangaben gut 700 Männer aus Bangladesch. Sie gelten als illegale Migranten und sollen in den nächsten vier Wochen in ihre Heimat abgeschoben werden. Schlepper hatten ihnen Arbeit in anderen Ländern versprochen.

In Indonesien werden die Migranten aus Bangladesch und aus Myanmar in der Provinz Aceh in unterschiedlichen Lagern untergebracht. Die Bengalen würden abgeschoben. Die Rohingya dürften "vorübergehend länger bleiben", erklärte Tri Budiarto vom Katastrophenschutz BNPB. Unter ihnen seien viele Frauen und Kinder. 

(KNA, dpa)

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