Migranten an der Grenze zu Mexiko
Mittelamerikanische Migranten an der Grenze zu Mexiko

04.10.2021

Kirche in Nicaragua warnt vor Massenauswanderungen Die "Zukunft des Landes" flieht

Menschen auf der FluchT. Die anhaltende Migration aus Nicaragua hat nach Einschätzung der katholischen Kirche des Landes schwere gesellschaftliche Konsequenzen für das von politischen Unruhen erschütterte mittelamerikanische Land.

Nicaragua leide "unter dem Verlust so vieler intelligenter, mutiger, kreativer Männer und Frauen, [...] junger Menschen und sogar Kinder, die die Zukunft unseres Landes repräsentieren", sagte der Bischof von Matagalpa, Rolando Alvarez laut dem Portal "Confidencial" in seiner Sonntagspredigt. Nicaragua erlebe einen weiteren "Exodus eines Volkes", das eine bessere Zukunft suche, weil den Menschen "die Türen in ihrer eigenen Heimat verschlossen werden", so Alvarez.

Den Vereinten Nationen zufolge sind seit Beginn der Proteste gegen die sandinistische Regierung von Daniel Ortega rund 108.000 Menschen aus Nicaragua geflohen. Hauptziele der Migration seien das Nachbarland Costa Rica sowie die USA, Spanien, Panama und Kanada.

Seit drei Jahren in der Krise

Nicaragua erlebt seit April 2018 eine Krise mit landesweiten Protesten gegen die linksgerichtete Ortega-Regierung. Seit Beginn kamen rund 350 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt.

Nicaraguas Kirche, Nichtregierungsorganisationen und unabhängige Medien warfen der Regierung wiederholt Menschenrechtsverletzungen vor. In den letzten Wochen wurden mehrere Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten verhaftet, die allesamt als Rivalen des amtierenden Präsidentenpaares Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo (Vizepräsidentin) gelten.

(KNA)

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