17.02.2021

Äbtissin verteidigt Kirchenasyl in ihrem Kloster Mehr Menschen abgewiesen als aufgenommen

Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Kirchschletten, Mechthild Thürmer, hofft auf einen Freispruch im Gerichtsverfahren um Kirchenasyl. 30 Menschen habe sie in der Vergangenheit Kirchenasyl gewährt. Die Regeln dazu seien "klar und offen."

Sie sehe sich "absolut nicht" als Kriminelle, sagte die Ordensschwester dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). "Meine Mitschwestern und ich helfen Menschen in Not, die in einer ausweglosen Situation sind, weil ihnen nach einer Abschiebung große Gefahren für Leib und Leben drohen." Die Kirche habe mit dem Staat vereinbart, dass die Fälle von Kirchenasyl noch einmal von den Behörden geprüft würden - "meist mit Erfolg für die Betroffenen", so Thürmer.

Mutter Mechthild: Mehr Menschen abgewiesen als aufgenommen

Bisher habe sie in ihrer Abtei 30 Menschen Kirchenasyl gewährt, allerdings noch mehr abgewiesen, berichtete die Äbtissin. "Abgewiesen wird, wer bei einer Abschiebung nicht massiv gefährdet und bedroht ist. Etwa eine Mutter mit einem Baby aus Marokko - was nicht als besonders gefährliches Land gilt." Auch mit Leuten, die Straftaten begangen oder ihre Pässe vernichtet hätten, wolle sie nicht in Verbindung kommen.

Die Vereinbarungen zwischen Staat und Kirche seien "klar und offen", so Thürmer. "Ich hoffe, dass das Gerichtsverfahren gut ausgeht. Es wäre eine Schande für Deutschland, wenn man Kirchenasyl nicht mehr gewähren dürfte." - Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat gegen die Ordensschwester den Vorwurf der "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt von Asylsuchenden" erhoben. Ein Gerichtstermin wurde noch nicht genannt.

(KNA)

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