Nach einem Schiffsunglück vor Libyen werden über 100 Migranten vermisst
Rettungswesten
Landesbischof Heinrich Bedford-Stroh
Heinrich Bedford-Strohm
Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich
Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich

12.07.2020

EKD-Chef verteidigt kirchlichen Einsatz bei Seenotrettung Auch ein politisches Zeichen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Heinrich Bedford-Strohm, hat das Engagement der der Kirche bei der zivilen Seenotrettung gegen Kritik verteidigt. Auch Kardinal Hollerich rief zur Hilfe für Bedürftige auf.

Wenn Menschen ertränken, müsse man sie retten, sagte der bayerische Landesbischof im Deutschlandfunk (Samstag). Dies sei eigentlich eine staatliche Aufgabe. Es sei eine Schande, dass es dafür zivile Seenotretter brauche. Die Unterstützung der "Sea-Watch 4" sei auch ein politisches Zeichen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Kauf und Betrieb des Schiffs seien durch Spenden finanziert und damit Ausdruck einer breiten Unterstützung in der Bevölkerung.

Das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitinitiierte Rettungsschiff soll voraussichtlich im August zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen. Die EU-Innenminister hatten sich in der vergangenen Woche auf kein gemeinsames Vorgehen der Mitgliedsländer bei der Seenotrettung von Geflüchteten und Migranten einigen können.

Kritik am "neuen Egoismus" in Europa auch von Kardinal Hollerich

Auch der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, kritisierte einen "neuen Egoismus" in Europa. "Wir wollen die schreckliche Lage der Migranten nicht sehen", sagte er dem Portal "Vatican News" (Samstag). Die jüngsten Geschehnisse im Mittelmeer vor Malta und Italien seien ein Beleg dafür, so der Luxemburger Erzbischof.

Wenn die EU Bootsmigranten nicht rette und zur Rückkehr nach Libyen zwinge, "dann verlieren wir das Herz Europas", sagte Hollerich. "Dann wird das Reden über die christlichen Wurzeln Europas zur Lüge." Denn man könne kein Christ sein, ohne die hilfsbedürftigen Menschen in seinem Herzen zu haben.

"Der Frieden des Herzens ist in Gefahr", betonte der Kardinal. Aber auch politisch befinde sich Europa in einer ernstzunehmenden Krise: "Wenn die Europäische Union schwächer wird - und wir wissen, dass es einen Populismus gibt, der Europa schwächen will - dann ist der Frieden bedroht."

(KNA)

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