Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze
Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze

11.05.2020

Christliche Kirchen kritisieren EU-Flüchtlingspolitik Jesus Christus als Vorbild

Die Kirchen in Deutschland üben Kritik an der Migrations- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Sie fordern die Politik auf, "immer neu Maß zu nehmenan der Würde jedes einzelnen Menschen Maß zu nehmen".

Obwohl die EU erst vor wenigen Jahren für ihren Beitrag zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt worden sei, umgebe sie sich heute mit neuen Mauern und Zäunen und richte Lager an ihren Außengrenzen ein.

"Die dortigen Zustände sind mit der Achtung der Menschenwürde nicht vereinbar", heißt es in einer am Montag in Bonn veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchen.

Einladung zur 45. Interkulturellen Woche

Mit ihrem Gemeinsamen Wort laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 45. Interkulturellen Woche ein.

Sie findet vom 27. September bis 4. Oktober statt und steht unter dem Thema "Zusammen leben, zusammen wachsen". Geplant ist eine Vielzahl dezentraler Einzelveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. In den vergangenen Jahren gab es jeweils über 5.000 Veranstaltungen an mehr als 500 Orten.

Jesus Christus als Vorbild

Die Kirchenrepräsentanten weisen auf Jesus Christus als Vorbild hin. Er sei auf die Verachteten, die Ärmsten, Kranken und die Menschen am Rand der Gesellschaft zugegangen. Jeder Einzelne sei eingeladen, diesem Vorbild zu folgen, auch wenn es nicht leicht sei, "sich an diese Orte zu begeben und genau hinzuschauen".

Aufgabe der gesamten Gesellschaft sei es, so die Bischöfe, "auf der gemeinsamen Grundlage demokratischer Werte unterschiedliche Interessen in den Dialog zu bringen und immer wieder auszuhandeln, wie wir leben wollen".

Mit ermutigenden Worten wenden sich die Bischöfe an die Veranstalter der Aktionen. Zwar seien die Planungen in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie von vielen Unwägbarkeiten betroffen. Mit viel Kreativität könne die Interkulturelle Woche "gerade in schwieriger Zeit ein starkes Zeichen der Gemeinsamkeit" setzen.

(KNA)

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