Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch
Jede Unterschlupfmöglichkeit wird genutzt
Rohingya in Bangladesch
Rohingya in Bangladesch
Rohingya-Flüchtlingskind im Lager in Bangladesch
Rohingya-Flüchtlingskind im Lager in Bangladesch
Rohingya auf der Flucht
Rohingya auf der Flucht

20.08.2019

Keine Perspektiven für die Rohingya in Bangladesch Nirgendwo Zuhause

Vor zwei Jahren begann Myanmars Armee eine brutale Offensive gegen die muslimischen Rohingya. Hunderttausende flohen nach Bangladesch, wo sie noch immer ausharren - ohne große Hoffnung. Und eine sichere Rückkehr scheiterte bislang.

Der Monsun hat viele der sandigen Wege in den Camps in Schlammpisten verwandelt. Für die Rohingya-Flüchtlinge im Cox's Bazar im Südosten von Bangladesch brachte der Regen noch mehr Elend und Not. Allein in der ersten Julihälfte waren laut Hilfsorganisationen 3.500 der ohnehin notdürftigen Unterkünfte durch Erdrutsche und Überschwemmungen beschädigt oder weggespült worden.

Seit Ende der 70er Jahre hat Bangladesch wiederholt muslimische Rohingya aufgenommen, die vor Gewalt und Diskriminierung aus dem buddhistisch geprägten Myanmar flohen. Die bislang wohl brutalste Offensive startete Myanmars Armee Ende August 2017, mehr als 740.000 Rohingya flüchteten aus dem Rakhine-Staat. Derzeit leben in Cox's Bazar etwa eine Million Rohingya-Flüchtlinge.

Große Perspektivlosigkeit

"Die Flüchtlinge, mit denen ich gesprochen habe, sind weiterhin sehr dankbar, dass Bangladesch sie aufgenommen hat", sagt Stefan Teplan von Caritas International. "Sie wissen, dass sie ohne Hilfe verloren sind." Zugleich bräuchten die Menschen aber nicht nur Essen und ein Dach über dem Kopf, sondern auch Zugang zu Bildung. Doch dieser sei nur in Ansätzen gewährleistet, erklärt Teplan. Es gebe eine "große Perspektivlosigkeit".

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fordert, dass den 500.000 Flüchtlingskindern der Besuch einer Schule oder eine Ausbildung ermöglicht werden müsse. Zwar erhielten 280.000 Kinder zwischen vier und 14 Jahren provisorischen Unterricht in etwa 2.200 "Lernzentren".

Aber 97 Prozent der 15- bis 18-Jährigen hätten keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen. "Für die nun in Bangladesch lebenden Rohingya-Kinder und -Jugendlichen geht es um mehr als ums Überleben", betont Unicef-Chefin Henrietta Fore.

Seit längerem ist erkennbar, dass Asiens größte Flüchtlingskrise insbesondere die Gemeinden in Cox's Bazar vor ein Dilemma stellt. Dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagten die Einwohner bei einem Besuch im vergangenen Jahr, es sei selbstverständlich gewesen, die erschöpften Ankömmlinge zu versorgen, noch bevor die internationale Hilfe angelaufen war. Zugleich äußerten manche die Sorge, wie lange das mit etwa 168 Millionen Bewohnern dicht besiedelte Bangladesch, in dem Armut weit verbreitet ist, diese Krise schultern könne.

Nun scheint die Kritik unüberhörbar: "Nicht nur Gemeinden in Cox's Bazar, sondern auch Bewohner in anderen Landesteilen fordern mittlerweile, dass die Rohingya so schnell wie möglich nach Myanmar zurückkehren sollten", sagt Caritas-Mitarbeiter Teplan.

Rückführungen gestalten sich schwierig

Abkommen zwischen Myanmar und Bangladesch für eine "freiwillige" Repatriierung waren in der Vergangenheit gescheitert. Dieser Tage heißt es, beide Länder planten erneut, Gruppen von 3.500 Flüchtlingen zurückzuführen. Als Datum stand der 22. August im Raum. Im Gespräch mit dem epd hatten Flüchtlinge betont, sie gingen nur dann, wenn Myanmar ihnen die Staatsbürgerschaft verleihe und sie wieder in ihren Heimatdörfern leben könnten.

Aber genau diese Hoffnungen dürften unerfüllt bleiben: Kürzlich machte das "Australian Strategic Policy Institute" (ASPI) zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 erstellte Satellitenbilder publik.

Gestützt auf zuvor von den UN veröffentlichtes Material waren in über 320 von 392 Rohingya-Dörfern, die 2017 beschädigt oder zerstört worden waren, keine Anzeichen eines Wiederaufbaus erkennbar. Mindestens 40 Prozent wurden demnach abgerissen.

In einst von Rohingya bewohnten Orten seien sechs militärische Anlagen errichtet oder erweitert worden. Auch halte die Zerstörung in manchen Gebieten an. Laut ASPI wirft dies "ernste Fragen über die Bereitschaft der Regierung Myanmars auf, eine sichere und würdevolle Rückführung zu ermöglichen".

Nicola Glass
(epd)

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Ab Montag, 16. September wieder jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff