Weihbischof Stefan Zekorn
Weihbischof Stefan Zekorn

29.03.2019

Münsteraner Weihbischof kritisiert EU für Ende der Seenotrettung "Verrat an unserem eigenen Menschsein"

In aller Schärfe hat Weihbischof Zekorn aus Münster das Ende der EU-Seenotrettung kritisiert. Statt Menschen vor dem Ertrinken zu retten, schaue man nun höchstes aus der Luft dabei zu. Zekorn fordert ein neues Bündnis für die Seenotrettung. 

Der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn kritisiert die Entscheidung der EU, die Seenotrettung im Mittelmeer im Rahmen der Operation Sophia auszusetzen. "Was gerade in der europäischen Mittelmeerpolitik geschieht, ist Verrat an unserem eigenen Menschsein", sagte der Bischöfliche Beauftragte des Bistums Münster für die Weltkirche am Freitag.

"Wir Europäer nehmen uns vor, Menschen, von denen wir wissen, dass sie im Mittelmeer ertrinken, nicht mehr zu retten, sondern höchstens aus der Luft dabei zuzusehen."

"Nicht vom Zynismus bestimmen lassen"

Zekorn forderte die Rückkehr zu einer Politik, "die unseren eigenen Werten entspricht". "Wir dürfen nicht zulassen, dass der Zynismus rechter Politiker in Europa faktisch das gesamte europäische Handeln in diesen Fragen bestimmt", erklärte er.

Stattdessen sollten sich möglichst viele Länder zu einem "Bündnis der Seenotrettung Mittelmeer" zusammenschließen. Auch wenn nur einige Länder Europas bereit seien, repräsentierten sie mehrere hundert Millionen Bürger.

"Und wenn man dann Flüchtlinge auf diese Länder verteilt, wird das ein einzelnes Land kaum merken", betonte der Weihbischof.

Operation "Sophia" wird fortgesetzt - ohne Schiffe

Die EU hatte beschlossen, den Einsatz von Schiffen auf dem Mittelmeer für die Operation "Sophia" zu beenden. Wie das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin bestätigten, wurde die Operation zwar technisch verlängert, allerdings ohne den Einsatz von Schiffen. Die Beobachtung des Seeraums soll künftig aus der Luft erfolgen.

Deutschland hatte im Januar angekündigt, seine Fregatte "Augsburg" Anfang Februar aus der EU-Mission "Sophia" abzuziehen. Die Marine hatte sich seit 2015 mit Schiffen an der EU-Mission beteiligt.

Ziel von "Sophia" ist die Bekämpfung von Schleusern im Mittelmeer, dabei hat Deutschland mit seinen Schiffen nach Ministeriumsangaben aber auch rund 22.500 Menschen aus Seenot gerettet. Die Operation "Sophia" wurde nach einem somalischen Mädchen benannt, das 2015 an Bord eines deutschen Marine-Schiffes zur Welt kam.

(epd)

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