Diskussion um Kirchenasyl
Symbolfoto Kirchenasyl

31.01.2019

Kirchengemeinde erreicht mit Non-Stop-Gottesdienst Bleiberecht für Flüchtlinge Kniff des Kirchenasyls ausgenutzt

Zu einer ungewöhnlichen Maßnahme für eine Flüchtlingsfamilie hat eine Kirchengemeinde in den Niederlanden gegriffen. Sie veranstaltete rund 100 Tage lang einen Non-Stop-Gottesdienst – und verhinderte damit einen behördlichen Zugriff.

Nach knapp 100 Tagen ist in Den Haag ein Non-Stop-Gottesdienst für eine armenische Flüchtlingsfamilie beendet worden. Dass die niederländische Regierungskoalition sich auf ein Bleiberecht für minderjährige Asylsuchende geeinigt habe, bedeute eine sichere Zukunft für die Familie, erklärte die Bethel-Kirche am Mittwoch in Den Haag. Der Familie war zuvor Kirchenasyl gewährt worden.

Nach niederländischem Recht darf die Polizei nur dann in eine Kirche eindringen, wenn dort kein Gottesdienst gefeiert wird. Seit dem 26. Oktober 2018 hatte die protestantische Kirche rund um die Uhr einen Gottesdienst gefeiert, um die armenische Flüchtlingsfamilie vor der Abschiebung zu bewahren.

Humanitäre Bleibe-Regelung

Die Koalition hatte sich nach langen Kontroversen in der Nacht zum Mittwoch auf eine humanitäre Bleibe-Regelung geeinigt. Demnach dürfen rund 600 Minderjährige und ihre Familien in den Niederlanden bleiben - auch wenn ihr Asylantrag abgewiesen wurde. Voraussetzung ist, dass die Kinder in den Niederlanden aufgewachsen sind.

"Wir sind sehr dankbar über die sichere Zukunft für Hunderte von Flüchtlingsfamilien in den Niederlanden," sagte der Vorsitzende des Kirchenrates, Theo Hettema. Das Kirchenasyl in Den Haag hatte international Schlagzeilen gemacht.

Die Eltern und drei Kinder im Alter von 15 bis 21 Jahren, sollten nach Armenien abgeschoben werden, nachdem sie neun Jahre in den Niederlanden gelebt hatten.

(dpa)

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