Das deutsche Seenotrettungsschiff "Lifeline"
Das deutsche Seenotrettungsschiff "Lifeline" liegt im Hafen von Malta.
Rettungswesten
Rettungswesten auf der "Lifeline"

10.12.2018

Seenotrettungsschiff "Lifeline" sitzt in Malta fest Kapitän Reisch wünscht sich weiter die Vatikanflagge

Der Kapitan des Seenotrettungsschiffs "Lifeline" würde gerne unter der vatikanischen Flagge fahren und weiter Menschen aus Seenot zu retten.

Trotz einer ersten Absage hofft Kapitän Claus-Peter Reisch auf den Vatikan als neuen Flaggenstaat für sein in Malta festsitzendes Seenotrettungsschiff. "Ich denke, es wäre ein ganz starkes Zeichen der Kirche, zu zeigen: Wir unterstützen diese humanitären Einsätze", sagte Reisch im "Münchner Kirchenradio". Er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, sein Anliegen im Vatikan persönlich vortragen zu dürfen, so der Kommandant der "Lifeline".

Reisch steht seit Anfang Juli in Malta vor Gericht. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, das Rettungsschiff nicht ordnungsgemäß registriert zu haben. Inzwischen ist er gegen Kaution auf freiem Fuß, der Prozess aber noch nicht abgeschlossen. Die niederländische Flagge hat er verloren, daher sucht er derzeit nach einem neuen Flaggenstaat.

Lifeline wäre erstes Vatikan-Schiff

Der Vatikan verfügt seit 1951 über ein eigenes Schifffahrtsregister, hat aber noch nie ein Schiff registriert. Eine diesbezügliche Bitte Reischs war im Juli offiziell abgewiesen worden. "Wir würden alles tun, was nötig ist, um diese Flagge führen zu dürfen", versicherte Reisch. "Wir nehmen auch gerne jemanden aus der Kirche oder aus dem Vatikan mit aufs Schiff, um zu zeigen, dass wir redlich handeln."

Christlicher Auftrag Menschen leben bewahren

Er und die Besatzungen der anderen Rettungsschiffe würden "von Herzen gerne weitermachen und den christlichen Auftrag erfüllen, den Menschen wenigstens das Leben zu bewahren". Nach seiner Darstellung arbeiten an Bord seines Schiffes alle ehrenamtlich.

Der Kapitän bedankte sich außerdem beim Münchner Kardinal Reinhard Marx für eine von diesem veranlasste Spende von 50.000 Euro für die "Lifeline". Marx habe damit ein starkes Zeichen dafür gesetzt, dass das Sterben auf dem Mittelmeer so nicht weitergehen dürfe.

AfD kritsiert Spende Marx

Die im Oktober von Reisch selbst bekanntgemachte Spende sorgte auch für ablehnende Reaktionen, etwa bei der AfD. Deren kirchenpolitischer Sprecher im Bundestag, Volker Münz, nannte die Zuwendung "ein Unding", weil der Einsatz privater Rettungsschiffe im Mittelmeer "nur scheinbar christlich" sei. Tatsächlich verleite deren Präsenz erst viele Menschen zu der gefährlichen Reise.

(KNA)

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