21.07.2018

"Brot für die Welt" kritisiert Flüchtlingspolitik Masterplan ist Abkehr von Humanität

Der "Masterplan Migration" von Horst Seehofer beinhaltet viele Verschärfungen im Asylrecht. Das Hilfswerk "Brot für die Welt" hat den Kurs des Bundesinnenministers in der Flüchtlingsdebatte scharf angegriffen.

Dieser Plan sei ein "Tiefpunkt der Abkehr von einer humanitären Flüchtlings- und Asylpolitik", sagte der Leiter der Politik-Abteilung des Hilfswerks "Brot für die Welt", Klaus Seitz, am Samstag im SWR-Interview der Woche: "Der Geist des Masterplans zeugt von einer unglaublichen Borniertheit und von einer engstirnigen Provinzialität."

Es gehe nur noch um "Abschottung und Verhinderung", ein humanitärer Geist sei nicht mehr zu spüren, so Seitz weiter. Am meisten ärgere ihn, dass Seehofers Plan mit keinem Wort auf Vorschläge der Vereinten Nationen eingehe, wo gerade parallel Richtlinien für den internationalen Umgang mit Migrationsfragen erarbeitet würden.

Kritik an nationalistischen Alleingängen

An diesem Rahmenwerk habe auch Deutschland mitgearbeitet, und es gehe in diesem Papier um "Win-Win-Situationen - sowohl für die Herkunfts- als auch für die Zielländer der Migranten". Diesen Prozess scheine "das Innenministerium offenbar ignorieren zu wollen", kritisierte Seitz. Seehofer setze lieber auf nationalistische Alleingänge.

Zudem wird aus Sicht des Hilfswerks der Wert der Entwicklungshilfe zu gering geachtet. Wenn man die globalen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (145 Milliarden Euro) mit denen für Rüstungsetats (1,7 Billionen Euro) vergleiche, könne man nicht erwarten, "dass die extreme Armut von 800 Millionen Menschen von heute auf morgen überwunden wird".

Dennoch werde auch in der deutschen Öffentlichkeit übersehen, dass die Zahl der Armen sich seit 1990 halbiert habe - trotz des starken Bevölkerungswachstums. Dieser Erfolg habe auch mit den vielen Projekten der Hilfsorganisationen zu tun.

Entwürdigende Bilder vermeiden

Als problematisch kritisierte Seitz zudem die vielen drastischen Bilder und Filme von hungernden Menschen im Netz und vor allem in den sozialen Medien. Diese Art der Spendenwerbung, diese "permanente Präsenz des Elends in der Welt" mache man bei "Brot für die Welt" nicht mehr. Solche Bilder, die Menschen in ihrer Not und ihrem Elend zeigen, seien entwürdigend. Es gehe doch viel mehr darum, dass man es mit Menschen zu tun habe, die viel Kraft und Willen, Würde und Potenzial hätten, ihr Leben zu gestalten. Auf diese Menschen komme es an.

(KNA, epd)

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