Bootsflüchtlinge verlassen Rettungsschiff
Bootsflüchtlinge verlassen Rettungsschiff
Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode
Mario Grech, Bischof von Gozo (Malta)

16.07.2018

Bischof pocht auf Hilfe für Flüchtlinge – Italien erlaubt Zugang "Nicht still und gleichgültig bleiben"

Nach Zusagen von fünf EU-Ländern durften 450 im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge auf Sizilien an Land gehen. Unterdessen ruft der Bischof von Gozo Katholiken dazu auf, gegenüber Geflüchteten "nicht still und gleichgültig zu bleiben".

Die kürzlich von einem Holzboot im Mittelmeer geretteten Migranten erhielten Zugang zum italienischen Festland. Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor die Genehmigung dafür verweigert und an die übrigen EU-Länder appelliert, die Flüchtlinge zu übernehmen.

Malta, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland hatten sich bereiterklärt, Betroffene von den Schiffen aufzunehmen. Nach den Zusagen der EU-Länder sprach Salvini von einem "politischen Sieg".

"Nicht still und gleichgültig bleiben angesichts dieser Tragödie"

Unterdessen hat sich Bischof Mario Grech des maltesischen Bistums Gozo ungewöhnlich deutlich in der Flüchtlingsfrage an katholische Gläubige gewandt: Die Eucharistie verliere "ihre gesamte Bedeutung und Wirkung, wenn die Armen ignoriert und gedemütigt werden", schrieb Grech in einem Hirtenbrief, der am Wochenende in allen Gemeinden seines Inselbistums verlesen wurde.

Man könne nicht in der Messe "Christus das Herz öffnen und es zugleich vor denen verschließen, die leiden", zitierte der italienische bischöfliche Pressedienst SIR (Montag) aus dem Schreiben.

Grech bezog sich dabei auf die "Migranten, die aus dem einen oder anderen Grund auf der Suche nach einer besseren Zukunft ihre Heimat verlassen". Für die Herausforderungen der Migration gebe es keine einfachen Lösungen, räumte der 61-Jährige ein.  "Aber bewegt vom Wort Gottes und vom Beispiel unseres Herrn Jesus Christus, glaube ich, dass wir als gläubige Gemeinschaft nicht still und gleichgültig bleiben können angesichts dieser Tragödie, die unser Land und die Europäische Union betrifft", so der Bischof.

Bischöfe fordern humanitäre Korridore

Zuvor haben mehrere Bischöfe in Italien am Wochenende die Blockaden für auf dem Mittelmeer gerettete Migranten kritisiert. Es müssten humanitäre Korridore und geregelte Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden, forderte Ferraras Erzbischof Giancarlo Perego laut der Tageszeitung "Corriere della Sera" am Sonntag.

Au Sicht des Patriarchen von Venedig, Francesco Moraglia, steht beim aktuellen Streit über die Aufnahme von Migranten "die Menschlichkeit, unser Menschlichbleiben" auf dem Spiel. Es bestehe die "Notwendigkeit, Gleichgültigkeit zu besiegen", zitiert die Tageszeitung "Avvenire" den Geistlichen.

Nach Angaben des Blattes will sich Moraglia mit Blick auf die Migrationsdebatte in einer Predigt am Sonntagabend wie folgt äußern: "Für Christen gilt das Prinzip Großherzigkeit und Legalität."

(KNA, epd)

Mit Willibert auf Sizilien

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