Flüchtlinge im Mittelmeer
Flüchtlinge im Mittelmeer

05.08.2017

Kirche in Italien nimmt private Seenotretter in Schutz "Große Arbeit zur Rettung von Menschen"

Die Flüchtlingsfachstelle der Italienischen Bischofskonferenz hat den Einsatz der privaten Seenotretter verteidigt. Diese glichen mit Freiwilligen aus, was eigentlich "Pflicht der europäischen Staaten" wäre, sagte der Generaldirektor der "Fondazione Migrantes".

"Der große Skandal ist die Gleichgültigkeit und die Unfähigkeit der EU", fügte der Generaldirektor, Gianni De Robertis, gegenüber dem Sender Radio Vatikan am Freitag hinzu.

Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgen müssten sich weiterhin in die Hände von Verbrechern begeben, weil Europa nicht imstande sei, ihnen einen sicheren Weg und Schutz zu bieten.

Libyen als schlimmste Etappe

De Robertis sprach sich gegen Maßnahmen aus, Migranten in Libyen zurückzuhalten. "Sie dort festzuhalten heißt, sie in einem Lager festzuhalten", sagte er. Menschen, die schon vor dem Tod flöhen, fänden sich "in einer schlimmeren Lage als vorher".

Flüchtlinge, die nach Europa gelangten, bestätigten immer wieder, die schlimmste Etappe der Reise sei der Aufenthalt in Libyen. Dort drohten ihnen Folter und Übergriffe. Es gehe um eine Entscheidung, "ob uns wirklich das Leben dieser Menschen am Herzen liegt oder ob wir sie einfach nicht hier haben wollen".

Regeln für die Rettung

Zu den Ermittlungen gegen "Jugend Rettet" sagte De Robertis, falls sich die erhobenen Vorwürfe bewahrheiten sollten, sei dies ein schwerwiegender Fall und zu sanktionieren.

Dies dürfe jedoch nicht die "große Arbeit" vergessen lassen, die Nichtregierungsorganisationen zur Rettung von Menschenleben leisteten.

Zugleich sprach sich der "Migrantes"-Chef für verbindliche Standards bei der Rettung von Bootsflüchtlingen aus. "Regeln muss es geben", sagte er.

(KNA)

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