Kritik an Abschiebung aus Kirchenasyl

Gebrochenes Vertrauen

Die Räumung eines Kirchenasyls in Ludwigshafen sorgt für Kritik. Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche (BAG) sprach von einem "Tabubruch". Kirchliche Schutzräume hätten eine christlich-humanitäre Tradition.

Eine geöffnete Kirchentür symbolisiert Kirchenasyl / © Markus Linn (KNA)
Eine geöffnete Kirchentür symbolisiert Kirchenasyl / © Markus Linn ( KNA )

Das gewaltsame Eindringen in diesen Schutzraum sei keinesfalls hinnehmbar, sagte die BAG-Vorsitzende Dietlind Jochims am Donnerstag in Berlin. 

Am Dienstagabend war eine dreiköpfige koptische Flüchtlingsfamilie aus Ägypten in den Räumen der Evangelischen Stadtmission Ludwighafen von der Polizei festgenommen und noch am selben Abend vom Stuttgarter Flughafen aus in ihre Heimat abgeschoben worden.

Asylanträge unzulässig

Die Asylanträge der Familie aus dem Landkreis Birkenfeld waren von den Ausländerbehörden als unzulässig abgelehnt worden. Die erst in einem Folgeantrag vorgelegten angeblichen ägyptischen Haftbefehle gegen den Familienvater waren nach Aussage des Auswärtigen Amts gefälscht.

Forderung nach schriftlicher Zusicherung

Die staatliche Akzeptanz der Tradition des Kirchenasyls sei zuletzt 2015 nach Gesprächen zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und den Kirchen bestätigt worden, sagte Jochims.

"Wir verlangen eine Klärung, warum an dieser Stelle die Vereinbarung und damit das Vertrauen gebrochen wurde und fordern eine verbindliche Zusicherung, Kirchenasyl zu respektieren."

 

Quelle:
epd