Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer
Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer

17.04.2017

Deutsche Flüchtlingsretter im Mittelmeer in Seenot Situation bleibt angespannt

Auf dem Mittelmeer sind zwei private deutsche Rettungsschiffe wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord in Seenot geraten. Crew und Flüchtlingen an Bord geht es nach Angaben der Hilfsorganisation "Jugend rettet" den Umständen entsprechend gut.

"Wir arbeiten weiterhin auf Hochtouren an einer Lösung", schrieb die Besatzung am Ostermontag auf Facebook. Das Schiff, das am Sonntag wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord in Seenot geraten war, liege jetzt im Windschatten eines großen Tankers, hieß es. Die Situation sei weiter angespannt. Aufgrund des hohen Wellenganges sei eine Evakuierung der Menschen bisher nicht möglich gewesen.

Schlechtes Wetter und Überladung

Die "Iuventa" aus Berlin und die "Sea-Eye" aus Regensburg hatten am Ostersonntag das Notsignal "Mayday" an die Seenotrettungsstelle in Rom gesendet. Beide Besatzungen hätten insgesamt etwa 600 Flüchtlinge an Bord genommen. Da sich das Wetter verschlechterte, konnte die Sicherheit der Menschen nicht gewährleistet werden, sagte "Jugend rettet"-Pressesprecherin Pauline Schmidt dem Evangelischen Pressedienst (epd). Weitere 400 Flüchtlinge befanden sich in kleinen Booten und ohne Rettungswesten in der Nähe der Schiffe, so dass die beiden Boote manövrierunfähig waren.

In den vergangenen drei Tagen haben die italienische Küstenwache und Hilfsorganisationen nach Angaben von Medien rund 5.000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Der Gründer der maltesischen Rettungsorganisation "Migrant Offshore Aid Station", Christopher Catrambone, sagte dem US-Sender CNN, "niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen, wie wir an diesem Wochenende".

Trauerfeier mit Wahnwache

Inzwischen kündigten die Unterstützer der "Sea-Eye" an, als Erinnerung an die namenlosen Toten des Osterwochenendes an diesem Montag in Regensburg zehn Kreuze an der Donau errichten zu wollen. Mitglieder der privaten Seenotrettung wollen eine Trauerfeier mit Mahnwache abhalten. "Lassen Sie es nicht zu, dass das Massensterben im Mittelmeer weitergeht. Unsere Zivilisation darf nicht vor der Küste Afrikas enden", hieß es.

Die gemeinnützige Organisation Sea-Eye e.V. ist eine private Initiative mit zwei 26 Meter langen ehemaligen Fischkuttern. Die hochseetauglichen Schiffe wurden für den Zweck der Seenotrettung umgerüstet. Die "Sea-Eye" ging im Februar 2016 auf Fahrt ins Mittelmeer.

Die "Iuventa" der Hilfsorganisation "Jugend rettet" war im Sommer 2016 von Emden aus zu ihrer Rettungsmission im Mittelmeer aufgebrochen. Der 33 Meter lange frühere Fischtrawler wurde von dem Verein erworben und umgerüstet. "Jugend Rettet" war 2015 von jungen Menschen in Berlin gegründet worden, nachdem mehr als 800 Flüchtlinge bei einem Unglück im Mittelmeer gestorben waren.

(epd)

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