Caritas Bonn leitet neues Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge

In unklaren Lebenssituation stabilisieren

Die Bonner Caritas ist Träger des neuen psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge in der Bundesstadt. Das Angebot im Haus Mondial richtet sich an Minderjährige und Erwachsene im Asylverfahren, deren Bleiberecht noch ungeklärt ist, teilte der katholische Sozialverband am Freitag in Bonn mit.

Jugendliche Flüchtlinge brauchen Integration / © Frank Rumpenhorst (dpa)
Jugendliche Flüchtlinge brauchen Integration / © Frank Rumpenhorst ( dpa )

Die Landesregierung hatte am Donnerstag angekündigt, im Rahmen des Förderprogramms "Soziale Beratung von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen" solche Zentren in Bonn, Dortmund und Siegen einzurichten.

"Die Zusage des NRW-Innenministeriums erreichte uns vor fünf Tagen", sagte die Leiterin des Fachdienstes für Integration und Migration im Haus Mondial, Gabriele Al-Barghouthi. Das neue Team stehe bereit.Nun geht es darum, das Konzept mit Leben zu füllen." Ziel sei es, die geflüchteten Menschen in ihrer unklaren Lebenssituation zu stabilisieren und ihnen einen Schutzraum zu geben.

Stabilisation und Perspektiven entwickeln

Für Beratung und Begleitung wurden den Angaben zufolge eine Sozialpädagogin in Vollzeit und drei Psychologinnen in Teilzeit eingestellt. Vor allem mit Gruppen- und Kreativangeboten sowie in Einzelgesprächen sollten die Menschen stabilisiert und Perspektiven entwickelt werden. Dazu gehörten Fragen zum Asylbewerberverfahren ebenso wie zur Wohnungs- oder Arbeitssuche, der medizinischen Versorgung sowie zu Krankenversicherung und Erst-Orientierung.

Geplant sei eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen im Hilfenetz der Caritas und mit lokal praktizierenden Psychologen. Zwei weitere Mitarbeiterinnen werden darüber hinaus laut Caritas für die Beratung im Asylverfahren und für das Beschwerdemanagement direkt in der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in der Ermekeilkaserne eingesetzt. Das Programm ist zunächst befristet bis zum Jahresende. Für die vier neuen Stellen beim Bonner Caritasverband stellt das Land Nordrhein-Westfalen 125.000 Euro zur Verfügung.

Am Donnerstag hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mitgeteilt, das Land fördere die Sozialberatung von Flüchtlingen in diesem Jahr mit rund 27 Millionen Euro, 20 Millionen Euro mehr als 2015. Damit sollen rund 400 Personalstellen sowie neben den zehn bestehenden Psychosozialen Zentren drei neue Einrichtungen finanziert werden.


Quelle:
KNA