Flüchtlinge an der Drehscheibe Köln/Bonn
Flüchtlinge an der Drehscheibe Köln/Bonn
Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx

18.12.2015

Kardinal Marx gegen Begrenzung der Aufnahme von Flüchtlingen Menschenwürde kennt keine Obergrenze

Dis Politik diskutiert über eine mögliche Obergrenze für Flüchtlinge. Deutschland sei auch denen verpflichtet, die es nicht aufnehmen könne, kritisierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat erneut den politischen Vorschlag einer Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen kritisiert. "Was wird aus der Würde des, sagen wir, eine Million und ersten Zuwanderers, wenn man zuvor die Grenze bei einer Million gezogen hat?", fragt Marx in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag. Natürlich wisse er auch, dass Deutschland nicht alle 60 Millionen Flüchtlinge auf der Welt aufnehmen könne. Die Sozialsysteme und Integrationsfähigkeit der Gesellschaft dürften nicht überfordert werden.

"Aber unsere Verantwortung kann nicht auf den Nahbereich beschränkt werden", so der Münchner Kardinal. "Abschiebung kann nicht bedeuten, diese Menschen auch aus unserer Sorge und Mitverantwortung abzuschieben." Deutschland sei auch denen verpflichtet, die es nicht aufnehmen könne oder die zu Hause in Krieg und Elend blieben. "Ebenso wenig können wir einfach sagen: Uns sind die 1,15 Millionen Menschen gleichgültig, die in den Libanon geflohen sind. Oder die 650.000, die Jordanien aufgenommen hat."

Mittel in Hilfswerk gekürzt, das sei ein "humanitärer Skandal"

Scharfe Worte fand Marx dafür, dass das UN-Flüchtlingshilfswerk die Mittel für die Notleidenden in den Lagern habe kürzen müssen, "weil der reiche Westen nicht mehr Geld bereitstellen wollte". Dies sei nicht nur ein "humanitärer Skandal", sondern auch "kurzsichtig". Eine vorsorgende Politik beseitige die Fluchtursachen von heute und von morgen. Wer den Menschen vor Ort nicht helfe, setze neue Fluchtbewegungen in Gang.

Der Kardinal wies die Kritik von Politikern zurück, die Kirchen huldigten einem "naiven Gutmenschentum" und verlören sich in Utopien, während sie Verantwortung tragen müssten. "So einfach liegen die Dinge nicht", schreibt Marx. Die Kirchen wollten nicht selbst Politik machen, sondern Politik möglich machen. Dazu überprüften sie, ob die konkrete Politik mit dem christlichen Menschenbild vereinbar sei.

Kirche keineswegs nur als Mahnerin

Ihre Überzeugungen bringe die Kirche keineswegs nur als Mahnerin in die Debatte ein. Vielmehr mischten Christen sich konkret durch ihr Handeln ein. Dabei verwies Marx auf "Hunderttausende Freiwillige", die sich in ihren Gemeinden in der Flüchtlingshilfe engagierten.

"Kern des christlichen Glaubens ist die Überzeugung, dass Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist und so der Bruder aller Menschen, besonders der Armen und Schwachen." Aus dieser weihnachtlichen Botschaft ergebe sich eine christlich geprägte Politik.

(KNA)

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