Flüchtlinge erreichen Kroatien
Flüchtlinge erreichen Kroatien
Landmine
Landmine

16.09.2015

Renovabis: Flüchtlingsroute über Kroatien gefährlich Minenfelder als erhöhtes Risiko

Der Weg für die Flüchtlinge nach Westeuropa wird von Ungarns Grenzzaun erschwert. Einige versuchen nun, über Kroatien weiterzukommen. Das könne gefährlich werden, sagt Renovabis' Kroatien-Länderreferent Herbert Schedler bei domradio.de.

domradio.de: Was erwartet denn die Flüchtlinge nun in Kroatien? Ist die humanitäre Lage besser als in Ungarn?

Herbert Schedler: Ich denke schon, dass sie vorerst besser ist. Und zwar aus dem Grund, weil dort momentan noch wenige Flüchtlinge ankommen. In einer kroatischen Zeitung steht, dass im Laufe des Tages rund 100 Flüchtlinge eingereist sind. Die Kroaten sind sicherlich auf eine begrenzte Anzahl von Flüchtlingen eingestellt. Es ist jedoch vollkommen offen, wie sich die Situation weiterentwickelt, sollten so viele Flüchtlinge ankommen, wie es Ungarn in den vergangenen Wochen erlebt hat.

domradio.de: Ist es nur ein Umweg für die Flüchtlinge oder was ist gefährlich an dem Weg über Kroatien?

Herbert Schedler: Es ist insofern ein Umweg, weil Kroatien kein Mitglied der Schengen-Zone, aber bereits Mitglied der Europäischen Union ist. Gefährlich auf diesem Weg sind sicherlich an bestimmten Stellen die Minen, die immer noch im Boden vergraben sind. Diese stammen aus dem Krieg Anfang der 90er-Jahre, als sich Kroatien unabhängig erklärte und in dem Grenzgebiet teils heftig gekämpft wurde.

domradio.de: Also laufen die Menschen jetzt möglicherweise in Minen?

Herbert Schedler: Jein. Die Minen sind nicht direkt an der Grenze, sondern ein Stückchen im Land drin. Laut einer Karte, die über den Sender BBC veröffentlicht wurde, müssten die Minenfelder auch gekennzeichnet sein. Es ist also nicht so, dass die Minen einfach in der Gegend rumliegen, sondern es sind eher mehr oder weniger umgrenzte Geländestreifen. Wenn sich die Menschen nur auf den Straßen und bebautem Land bewegen, ist davon auszugehen, dass dort, wo Ackerbau betrieben wird, keine Minen liegen. Falls die Leute allerdings ins Unterholz abtauchen, ist es gefährlich.

domradio.de: Ungarn behauptet ja, dass sich das Land an das EU-Recht halte. Laut Dublin- Abkommen müssten sich die Menschen also in Ungarn als erstem Land in Europa, wo sie ankommen, registrieren lassen. Gleichzeitig ist die Haltung von Ungarns Ministerpräsidenten Orban klar: Grenzen dicht, Flüchtlinge raus, bzw. gar nicht erst rein, auch nicht zur Durchreise. Wie steht denn die kroatische Regierung zur Flüchtlingspolitik?  Wie wird man das dort handhaben?

Herbert Schedler: Vorerst werden die Leute noch durchgelassen, weil Kroatien eben nicht Teil der Schengen-Zone ist. Das nächste Schengen-Land ist dann Slowenien. Man kann durch Kroatien mit dem Zug oder Bus innerhalb von einem halben Tag reisen. Ich weiß allerdings nicht, wie weit die bisher angekommenen Flüchtlinge auf ihrer Weiterreise gekommen sind. Ich glaube nicht, dass an die Grenze Kroatiens eine größere Zahl von Flüchtlingen kommt. Denn die werden dort nach Ausweispapieren gefragt werden, da es sich hier um eine EU-Außengrenze handelt. Sie werden schauen, dass sie so schnell wie möglich weiterkommen.

Das Interview führte Uta Vorbrodt

 

(dr)

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