Flüchtlinge brauchen Schutz
Flüchtlinge brauchen Schutz
Abschlussforum in Würzburg
Abschlussforum in Würzburg

12.09.2015

Kirche fordert Kultur der Integration Flüchtlinge schützen

Eigentlich stand das Thema Flüchtlinge beim Abschlussforum zum Gesprächsprozess der Kirche in Würzburg nicht auf der Tagesordnung.  Doch das Thema ist dringend – daher wurde eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.

Die Flüchtlingskrise erfordert in Deutschland nach Auffassung der katholischen Kirche eine "langfristig ausgerichtete Kultur der Gastfreundschaft und Integration". Am Samstag billigte das Abschlussforum zum fünfjährigen Gesprächsprozess der Kirche in Würzburg eine über Nacht entworfene Erklärung angesichts der aktuellen Herausforderungen. Das Thema stand ursprünglich nicht auf der Tagesordnung.

Die rund 300 Teilnehmer, darunter mehr als 30 Bischöfe, dankten allen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft Engagierten für eine "überwältigende Hilfsbereitschaft". Die Kirche selbst fühle sich dem eindringlichen Appell von Papst Franziskus verpflichtet, "den Flüchtlingen als unseren Nächsten beizustehen". Derzeit müsse das Augenmerk besonders auf die Bereitstellung von Wohnraum gelegt werden.

Kirche um Hilfe gebeten

In der Aussprache berichtete der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) habe ihn am Freitag angerufen und von weiter steigenden Flüchtlingszahlen gesprochen. Die Lage werde immer dramatischer. Der Minister habe die Kirche erneut um Hilfe gebeten.

"Hass und Gewalt treten wir entschieden entgegen", heißt es in der Botschaft weiter. Dies sei eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Bürgern. Politiker sollten sehr umsichtig reden, um nicht unwillentlich Vorbehalten in Teilen der Gesellschaft Vorschub zu leisten. Klugheit und Umsicht seien erforderlich, "damit die Bereitschaft der Bevölkerung sich der Flüchtlinge anzunehmen, keinen Schaden nimmt und rechtsextremistische Bewegungen keinen Zulauf finden". Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki mahnte, es müsse alles getan werden, dass keine neuen rechten Parteien entstünden.

Kritik an EU-Staaten

Die Kirche wisse, dass der Gesellschaft Bewährungsproben noch bevorstünden, so die Erklärung. Der enorme Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland und Europa sei noch lange nicht an ein Ende gekommen. Die sei mit Belastungen der einheimischen Bevölkerung verbunden. Es spreche aber "für unseren Staat und unsere Gesellschaft, dass Menschen in Not bei uns Zuflucht suchen", auch wenn nicht alle auf Dauer bleiben könnten. Für sie sei "ein Land attraktiv, das dem Recht verpflichtet ist, und eine Bevölkerung, die von Werten geprägt ist, die sich in vielerlei Hinsicht dem Christentum verdanken", etwa der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen.

Kritisch äußerte sich die Versammlung zur "kurzsichtigen Politik in manchen Mitgliedstaaten" der Europäischen Union. "Jeder ist sich selbst der Nächste" sei kein Motto, auf dem Europa aufgebaut werden könne. Die EU müsse sich nun als Werte- und Solidargemeinschaft bewähren, sonst werde sie "einschneidend" an Zustimmung in den Völkern verlieren. Gestärkt werden müsse zudem der politische Wille, die "miserablen Lebensbedingungen" in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu verbessern.

(KNA)

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