Flüchtlingsboot vor Lampedusa
Flüchtlingsboot vor Lampedusa

25.02.2015

Katholische Bischöfe fordern Reform der EU-Flüchtlingspolitik Flüchtlinge integrieren

Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben mit Blick auf die Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer Reformen in der EU-Flüchtlingspolitik gefordert. Flüchtlinge in den Krisengebieten des Nahen Ostens müsse man unterstützen, auch aus Deutschland.

Ausdrücklich wandten sich die Bischöfe gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Verstärkte Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte bereiteten Sorge. Zugleich müssten die Ängste mancher Menschen vor Überfremdung ernst genommen und durch verstärkte Integrationsbemühungen abgebaut werden.

Sichere Zugangswege nach Europa

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, forderte von der EU, die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer zum zentralen Bestandteil der EU-Grenzschutzagentur Frontex zu machen. Für Flüchtlinge müssten sichere Zugangswege nach Europa gefunden werden. Zentral seien auch eine gerechtere Verteilung der ankommenden Flüchtlinge und eine Reform des sogenannten «Dublin-Systems».

In diesem Zusammenhang verteidigte Trelle noch einmal das Kirchenasyl. "Kirchengemeinden, die Menschen in einer humanitär schwierigen Lage aufnehmen, stellen nicht die Legitimität unserer Gesetze in Frage", sagte er. Das Kirchenasyl biete aber Gelegenheit, die "rechtliche Lage und die Ermessenspielräume noch einmal genau zu prüfen und möglicherweise neue Aspekte einzubringen". Die Gemeinden gingen sehr sorgfältig mit dem Kirchenasyl um. Über Ergebnisse der Verhandlungen der Kirchen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wollte Trelle zum derzeitigen Zeitpunkt nichts sagen.

"Pegida hat die Kirche gegen sich"

Der Dresdner Bischof Heiner Koch beklagte einen wachsenden versteckten und offenen Rassismus in Deutschland. "Wer gegen Flüchtlinge, Fremde, Migranten und Menschen anderer Hautfarbe hetzt, der hat die Kirche gegen sich", sagte er. Mit Blick auf Pegida erklärte Koch, auch wenn die Bewegung inzwischen abflaue, seien die Probleme nicht verschwunden. "Es ist zu befürchten, dass sich die repräsentative Demokratie bei einem Teil der Bevölkerung in einer Legitimationskrise befindet", sagte er. Hinter Pegida verberge sich Kritik an einer zunehmenden ethnischen, religiösen und kulturellen Vielfalt der Gesellschaft und Sorge vor Überfremdung. "Diese Entwicklung müssen wir ernst nehmen, ohne uns die oft allzu einfachen Lösungsvorschläge zu eigen zu machen."

Sorge um Rückkehr der Christen in den Irak

Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten rief der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, zu verstärkter humanitärer Hilfe und zur Solidarität mit den religiösen Minderheiten in Syrien und dem Irak auf. Er appellierte an Bundesregierung und EU, Druck auf Länder auszuüben, die den IS unterstützen. "Wir treten dafür ein, dass die Terroristen zurückgedrängt und ausgeschaltet werden", sagte Schick. Die Situation der Christen bezeichnete der Erzbischof als dramatisch. "Die katholischen Bischöfe im Irak befürchten, dass sich schon bald das Zeitfenster schließen könnte, das für eine Rückkehr der christlichen und jesidischen Flüchtlinge realistischerweise offen steht." Das Verschwinden der reichen christlichen Kultur wäre ein unersetzlicher Verlust für die Menschheit.

(KNA)

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