"Unser tägliches Brot gib uns heute"
Solibrot - teilen, damit jeder mehr hat.
Jugendgang in El Salvador
Jugendgang in El Salvador
Noten mit einer Botschaft: "Mach was draus: Sei Zukunft!" lautet das diesjährige MISEREOR-Motto.
Noten mit einer Botschaft: "Mach was draus: Sei Zukunft!" lautet das diesjährige MISEREOR-Motto.
Misereor-Fastenaktionsplakat 2019
Misereor-Fastenaktionsplakat 2019

10.03.2019

Misereor Fastenaktion "Mach was draus: Sei Zukunft!" Solibrot verbindet die Menschen weltweit

Die Fastenaktion "Mach was draus: Sei Zukunft!" will vor allem Kinder und Jugendliche in El Salvador unterstützen. Teil davon ist die Solibrot-Aktion, die auch andere Projekten zugutekommt. Konkret helfen, das begeistert besonders die Kita-Kinder.

DOMRADIO.DE: Frau Günther: "Mach was draus: Sei Zukunft!" So lautet das Motto der diesjährigen Misereor Fastenaktion. Was soll dieses Motto deutlich machen?

Mirjam Günther (Bildungsreferentin bei Misereor): Mit diesem Motto stellen wir Jugendliche und junge Erwachsene in El Salvador in den Mittelpunkt. Und zwar mit ihrem Potenzial und Fähigkeiten. In einem Land, in dem sie oft wenig Chancen haben, in dem viel Gewalt herrscht, in dem es wenige Perspektiven gibt, gibt es trotzdem viele junge Menschen, die ihre Potenziale nutzen, ihre Fähigkeiten einbringen und so eine gute Zukunft schaffen.

Mit diesem Leitwort, was für uns Aufforderungen und Zuspruch ist, möchten wir zum einen auf die Menschen Salvador gucken. Zum anderen aber auch hier in Deutschland ermutigen aktiv zu werden, Hoffnung zu finden und sich aktiv in der Fastenzeit einzubringen.

DOMRADIO.DE: Die Fastenaktion ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Kölner Dom mit Kardinal Woelki eröffnet worden und um 15 Uhr wird hier in Köln auch die Aktion eröffnet; unter anderem mit Gästen aus El Salvador. Was genau wird in diesem Jahr stattfinden?

Günther: Die Eröffnung der Jungendaktion startet mit einem "Markt der Fähigkeiten". Wir haben gesagt, wir schauen auf die Potenziale der Menschen. Unter anderem geht es für die Jugendlichen auch darum, erkennen zu können, was sind meine Fähigkeiten, meine Potenziale und wie kann ich mich einbringen. Zum einen werden die Gäste die Partner Projekte vorstellen. Zum anderen geht es aber auch darum, einfach Sachen in Workshops kennenzulernen.

Zum Beispiel gibt es einen Barista Workshop oder einen Workshop für lateinamerikanischen Tanz, um einfach seine eigenen Fähigkeiten vielleicht nochmal besser kennenzulernen und zu vertiefen. Dann wird es einen Gottesdienst geben, anschließend die offizielle Eröffnung der Jugendaktion und am Abend gibt es noch eine Party, wo dann auch die Band Sin Fronteras um den lateinamerikanischen oder salvadorianischen Musiker Juan Pablo Raimondo spielen wird.

DOMRADIO.DE: Welche Möglichkeiten haben die Menschen denn, sich aktiv an der Aktion zu beteiligen, um zu helfen?

Günther: Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Aktionsformen, die wir während der Fastenzeit anbieten. Man kann sich in der Gemeinde, einer Gruppe oder in einem Verband einbringen und Veranstaltungen organisieren wie zum Beispiel ein Fastenessen, einen Soli-Lauf. Man kann eine Solibrot-Aktion unterstützen und kann sich auf diese Weise in Form von Spendenaktionen einbringen.

Man kann aber auch die Zeit spirituell gestalten und Gottesdienste gestalten und sich einfach noch einmal geistig-spirituell auch auf die Fastenzeit einzulassen, dafür die Materialien zu nutzen und aktiv zu werden und sich mit dem Thema zu beschäftigen und weiterzutragen.

DOMRADIO.DE: Im letzten Jahr da gab es ja auch zum ersten Mal das Misereor "Fasten-Bier", denn viele Menschen fasten auch Bier in der Zeit. Das wird es auch in diesem Jahr geben. Wie erfolgreich wurde das im letzten Jahr angenommen?

Günther: Tatsächlich sehr erfolgreich. Das führte dazu, dass wir in diesem Jahr die abgefüllte Menge verdoppeln konnten. Im Vergleich zum letzten Jahr. Auch das hat noch nicht ganz ausgereicht. Es ist nicht mehr lieferbar und wird einfach sehr gut angenommen.

DOMRADIO.DE: Für die Faszination 2019 sind jetzt viele Programmpunkte geplant. Ein paar haben sie schon genannt - unter anderem Diskussionsabend und Gespräche mit Partnern aus El Salvador. Was sind denn wichtige Termine und Highlights in den nächsten Wochen?

Günther: Es wird in einzelnen Diözesen nach der bundesweiten Eröffnung jetzt hier in Köln noch in den nächsten Wochen die Diözesan-Eröffnung geben. Ansonsten findet aber nach der großen Eröffnung hier vor allen Dingen sehr viel in den Gemeinden und auf der regionalen Ebene statt, wo weitere Abende, gestaltete Messen und Gottesdienste mit den Gästen aus El Salvador stattfinden werden. Ganz wichtig ist für uns der 5. Fastensonntag, das ist der 7. April dieses Jahres. Da wird dann in den einzelnen Gemeinden sehr viel gestaltet werden. Das ist der sogenannte Misereor-Sonntag, wo viel stattfinden wird.

An dem Freitag davor ist der Coffee-Stop-Tag, wenn man die Aktion Coffee-Stop-Tag unterstützen möchte, dann ist das ein fester Tag, den man dafür nutzen kann. Ansonsten wird in den Diözesen noch viel sein, was man anschaut, wo man sich noch informieren kann. Da gibt es verschiedene Veranstaltungen, die meisten auf der Regional- und Pfarrebene stattfinden.

DOMRADIO.DE: Herr Stahl, mit jedem gekauften Brot geht ein Spendenanteil an die Armen. Wie werden diese Spenden denn dort genutzt?

Michael Stahl (Referent für Partnerschaften und Spenderkontakte bei Misereor): Es gibt wirklich viele Mut machende Beispiele, wie Solibrot konkret hilft. In Aachen, wo Misereor beheimatet ist, gibt es zum Beispiel die Traditionsbäckerei Moss, die seit vielen Jahren bei der Solibrot-Aktion mitmacht und in 49 Filialen zwischen Aschermittwoch und Karsamstag Solibrot verkauft. 50 Cent Spendenanteil bei jedem Brot bedeuten bei 22.000 Broten, die im letzten Jahr verkauft worden sind, einen Erlös von 11.000 Euro.

Damit unterstützt Moss ganz konkret die Organisation "Comviva" in Brasilien. "Comviva" hat sich auf die Fahnen geschrieben, Kindern und Jugendlichen aus prekären Familienverhältnissen zu helfen. Neben der Basisunterstützung die "Comviva" gibt - und das ist das Tolle - unterstützt Comviva Kinder und Jugendliche, die zu Bäckern ausgebildet werden. Das heißt, wir haben das konkrete Band zwischen Aachen, der Solibrot-Bäckerei Moss und dem Straßenkinder-Projekt dort in Brasilien. Dort hilft das Solibrot ganz konkret.

Ein anderes Beispiel ist die Unterstützung der Solibrot-Aktion des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in 15 Diözesen bundesweit arbeiten 300 Frauen an Solibrot. Sie gehen zu Bäckern, backen selbst Brot in Backhäusern, verkaufen dieses Brot auf dem Wochenmarkt und stellen damit ihr Engagement in den Mittelpunkt ihrer Fastenaktionen zu Solibrot. Sie haben sich vor der Solibrot-Aktion Gedanken gemacht, was wollen wir denn mit unserem Geld machen.

Zwei Beispiele: Solibrot hilft konkret Frauen in Timor Leste - ein kleiner Inselstaat nörlich von Australien -, wo Frauen unter Gewalt in der Gesellschaft zu leiden haben. Dort werden Frauen ausgebildet und ihr Selbstbewusstsein gestärkt, um für sich und ihre Familien Zukunft zu gestalten. So ähnlich ist es in Kenia, wo der KDFB beiträgt, dass Straßenmädchen, die Ärmsten und Verwundbarsten überhaupt auf der Straße, dass diese Kinder rehabilitiert werden, dass sie möglicherweise auch wieder in ihre Familien gebracht werden können, wenn die Situation dort wieder stimmt. Die kleine Organisation "Rescue Dada Centre" hilft da enorm weiter mit dem Geld des Frauenbundes.

DOMRADIO.DE: Unter dem Motto "Solibrot in der Kita - Kinder erleben die Eine Welt" veranstalten Sie sogenannte Solibrot-Trommel-Reisen. Wie kann man sich das vorstellen?

Stahl: Das ist eine besondere Aktionsformen innerhalb der Solibrot-Aktion und zwar arbeiten wir bei dieser Aktion sehr stark mit Kita-Kinder zusammen. Mehrere tausend Kinder engagieren sich auch in dieser Fastenzeit wieder. Ich komme gerade von einer Solibrot-Trommel-Reise, die in Neuss am Donnerstag stattgefunden hat. Und zwar gehört sie zu einer Reihe von vier Trommelreisen, die wir anlässlich der Fastenaktion hier im Erzbistum Köln an verschiedenen Orten begleiten.

Das Wichtigste ist, dass der Trommel-Erzähler Markus Hoffmeister mit den Kindern quasi in einer Geschichte nach Afrika fliegt und dort die Kinder lernen, wie wichtig es ist zu teilen, damit andere mehr haben. Die Trommelreise ist der Höhepunkt der Kinder-Aktionen. Davor gibt es natürlich viele Aktionen auch in der Kita selbst, wo man darüber nachdenkt: Wie Leben denn Kinder in der Einen Welt?

Für uns ist Brot das Hauptlebensmittel, aber woanders leben Kinder von Maniok, Mais oder Reis. Darüber hinaus ist es auch wichtig, den Kindern aufzuzeigen, dass man teilen sollte. Die Kinder sind so engagiert bei der Sache und fragen: Was können wir denn nun tun? Und viele gehen zum örtlichen Bäcker oder backen Brot in der Kita, laden ihre Eltern undGroßeltern ein, feiern ein Fest des Teilens in der Kita. Insgesamt ist das eine Aktionsformen, die mehr und mehr bei uns ankommt und wo wir sehr viel engagierte Erzieherinnen mit ins Boot bekommen können.

DOMRADIO.DE: Wie sehr bewegt das denn die Kinder zu erfahren, dass es auch Kinder in anderen Ländern gibt, die nicht jeden Tag etwas zu essen haben?

Stahl: Wenn die Kinder hören, wie andere Kinder in Indien, Madagaskar oder in Brasilien leben, dann sitzen sie oft mit offenen Augen und Mündern da und können sich das gar nicht vorstellen. Man merkt in den Gesichtern der Kinder, dass es sie packt. Die Aufgabe der Erzieherinnen ist es, so etwas auch im Stuhlkreis später in der Kita nachzuarbeiten.

Man muss dazu sagen, jedes Kind, das an der Trommel-Reise teilnimmt, bekommt das Pixie-Heftchen "Leo, Luise und ein Brot für alle". Darin wird die Geschichte eines Geschwisterpärchens erzählt, das dadurch gewinnt, indem es mit anderen Menschen das, was es hat, teilt. Eine Erzieherin berichtete von einer Mutter, die seither ihrer Tochter jeden Abend das Heftchen vor dem Einschlafen vorlesen muss, weil ihr die Geschichte so gut gefallen hat. Die Mutter sagte, sie hätte sie jetzt 20-mal durchgelesen, aber sie merke, wie das ihre Tochter so von der Geschichte gepackt wird, dass Teilen hilft. Das fand sie einfach schön.

DOMRADIO.DE: Viele Bäckereien bieten ja Solibrot an. Wenn man Bäcker um die Ecke das nun aber nicht hat. Wie kann ich dann trotzdem helfen und an der Aktion teilnehmen?

Stahl: Es ist leider so, dass es noch nicht in jedem Dorf oder jedem Stadtteil Solibrot-Bäcker gibt. Trotzdem können Sie ganz konkret helfen, indem sie sagen: Für jedes Brot, das ich während der Fastenzeit im Supermarkt oder Bio-Laden kaufe oder selbst zu Hause backe, zwacke ich mir einen Spendenanteil ab. Sodass Sie einen Euro oder 50 Cent für jedes Brot, das Sie während der Fastenzeit essen, in eine extra Solibrot-Spendenbox werfen.

Sie können mit ihren Kindern zum Beispiel ins Gespräch darüber kommen, was teilen weltweit heißt. Zum 5. Fastensonntag bringen Sie das Geld dann mit zur Kollekte. Oder Sie fragen bei Misereor nach, welches konkrete Projekt Sie unterstützen können. Rufen Sie gerne dazu bei uns an.

Das Interview führte Julia Reck.

(DR)

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