Fastenzeit: Es reist sich leichter mit kleinem Gepäck...
Fastenzeit: Es reist sich leichter mit kleinem Gepäck...

01.03.2017

Fastenzeit ist wieder attraktiv geworden "Es reist sich besser mit leichtem Gepäck"

Fastenzeit ist mehr als Verzicht. Es geht um einen anderen Lebensstil, mehr Zeit für sich selbst und vielleicht auch für das Gespräch mit Gott. Es gibt viele kreative Vorschläge, die 40 Tage bis Ostern zu gestalten.

Pfunde verlieren, sich mehr Zeit nehmen, das Leben entrümpeln: Die Ende Dezember für das neue Jahr gefassten Vorsätze sind längst an der Wirklichkeit zerschellt. Jetzt bietet sich eine neue Chance: Mit dem Aschermittwoch beginnen die Kirchen die 40-tägige Fasten- und Passionszeit, die auf Ostern vorbereiten soll.

Was lange als verstaubt galt und nach Selbstkasteiung und Opfer klang, ist längst wieder gesellschaftlich attraktiv geworden. Fleischverzicht, Lebensmittelverschwendung oder Entschleunigung des Lebens sind Themen auch über den kirchlichen Raum hinaus.

Fastenzeit lange zu negativ besetzt

Fasten heiße, Platz zu schaffen für Wesentliches, über sich hinaus zu denken und dadurch seine Beziehung zur Umwelt oder auch zu Gott zu verändern, so definiert es der evangelische Pfarrer und Erfolgsautor Tiki Küstenmacher. Er meint, die katholische Kirche habe das Thema lange viel zu negativ verkauft. Die Pop-Gruppe Silbermond hat die Idee der Fastenzeit im 2015 veröffentlichten Song "Leichtes Gepäck" knapp zusammengefasst: "Eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent nicht brauchst", heißt es. "Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg. Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck."

"Führe uns in FAIRsuchung!"

Bistümer, Gemeinden und Verbände sind mittlerweile sehr kreativ geworden, wenn es um die Gestaltung der 40 Tage geht: Auf Schokolade, Fleisch oder Alkohol verzichten - darüber geht es weit hinaus. Die Auswahl ist groß. "Führe uns in FAIRsuchung!" heißt beispielsweise eine Aktion des Bistums Osnabrück. Wer mitmachen will, erhält ein Kartenset mit täglichen Impulsen und Informationen zu fairem Handel, Konsum und Umweltschutz. Die Karten nehmen Bezug auf die Fragen, die Papst Franziskus 2015 in seiner Enzyklika "Laudato si" aufgeworfen hat.

Sieben Wochen Plastikfasten

Eine Aktion "7 Wochen miteinander Plastikfasten" startet der Verbraucherservice Bayern (VSB) im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB). Er möchte "auf den massenhaften Plastikkonsum aufmerksam machen und zum bewussten Verzicht motivieren".

Autofasten

Evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer in Deutschland und Luxemburg laden zum 20. Mal zum "Autofasten" ein. Die Teilnehmer sind eingeladen, alternative Formen der Mobilität auszuprobieren, vor allem den öffentlichen Nahverkehr, das Fahrrad oder Carsharing. Initiatoren sind unter anderen die Bistümer Trier, Mainz, Speyer und Luxemburg sowie die Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen und Nassau und in der Pfalz. Auch das Erzbistum Köln wirbt für eine autofreie Fastenzeit. Unter dem Motto "Fahrrad statt Auto" bieten die Radstationen Köln und Bergisch Gladbach zusammen mit dem Kölner Generalvikariat ein "Fastenticket 2017" an. Das für 12 Euro erhältliche Ticket ermöglicht das gebührenfreie Parken in den beiden vom katholischen Sozialverband In Via betriebenen Radstationen sowie eine kostenlose Fahrrad-Reinigung zum Ende der Fastenzeit.

WhatsApp-Fasten

Die Katholische Fernseharbeit lädt zum WhatsApp-Fasten ein. Wer mitmacht, erhält in den 40 Tagen vor Ostern täglich prägnante Bibelverse aufs Smartphone. Die Botschaften sollen den Alltag unterbrechen und auf Gott verweisen. Auch ein Team aus dem Bistum Essen verschickt täglich eine E-Mail. Unter dem Titel "Ich bin so frei" sollen Videos, Songs oder Werbespots dazu anregen, Freiräume zu entdecken, Routinen zu durchbrechen und neu auf sich selbst zu schauen.

Spenden für Entwicklungsländer

Die zentrale Fastenaktion der katholischen Kirche wird wie in jedem Jahr vom Entwicklungshilfswerk Misereor durchgeführt. Erneut ruft das weltgrößte katholische Hilfswerk zu Spenden für Entwicklungsländer und zu einem Überdenken des eigenen Lebensstils auf. Beispielland ist Burkina Faso. Dabei will Misereor auf die vielen Potenziale der ärmsten Menschen im Süden hinweisen und das oft einseitige Bild von Afrika verändern.

Die evangelische Kirche startet am Aschermittwoch ihre jährliche Fastenaktion "Sieben Wochen Ohne". "Augenblick mal! Sieben Wochen ohne Sofort" heißt diesmal das Motto. Die Initiatoren bieten mit Hilfe von einem Kalender, Gottesdiensten, wöchentlichen Impulsen und Fastengruppen 2017 "eine Kur der Entschleunigung".

Christoph Arens
(KNA)

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