Pilgerpause am Schülertag
Pilgerpause am Schülertag

06.06.2013

Bischof Bode: Beim EuKo Gemeinschaft erleben "Gemeinsam katholisch sein“

Ein Glaubensfest wie den Eucharistischen Kongress brauchen Katholiken von Zeit zu Zeit, meint Bischof Franz-Josef Bode. Es sei etwas Ermutigendes, "einfach mal gemeinsam katholisch sein zu können“.

domradio.de: Herr Bischof, wie haben Sie den Auftakt mit dem großen Eröffnungsgottesdienst im Kölner Tanzbrunnen erlebt?

Bischof Bode: Ich fand das ganz großartig, weil wir draußen waren. Das ist schon einmal wichtig, dass die Eucharistie nach draußen geht, in die Welt hinein. Das war ein wunderbarer Abend! Die Sonne hatte ja für ein wunderbares abendliches Licht gesorgt. Die Menschen haben gut mitgemacht, mitgesungen. Beeindruckt hat mich dann auch der Weg zum Dom, weil  er einfach so durch Stadtteile ging, zunächst also durch eine Baustelle, das gehört auch dazu, dann über die Brücke an diesen unendlich vielen Schlössern vorbei, die die Liebenden darangemacht haben und dann dieses Bild auf den Dom! Das ist natürlich ein Bild für vielerlei Situationen der Kirche: Unterwegs zu sein, Brücke zu sein, Hindernisse überwinden, geborgen sein. Dann im Dom der Abschluss mit dem Segen und der "Lux Eucharistica", der Ausleuchtung des Domes in einer faszinierenden Weise als stände man im Feuer, im Wasser oder in den Kostbarkeiten des Domes. Ich glaube, das ist allein schon ein Eindruck für alle Sinne gewesen, der für die Eröffnung, für alle ein guter Einstieg war.

domradio.de: "Eucharistischer Kongress"- das ist ja schon ein eher sperriger Begriff. Eucharistie kommt aus dem Griechischen von Danksagung. Ein Fest der Danksagung in Köln, wofür?

Bischof Bode: Der Begriff ist tatsächlich etwas sperrig und schwierig. Man kann sagen, wir danken eigentlich dafür, dass wir den Glauben haben. Wir danken dafür, dass wir gemeinsam Kirche sind, wir danken dafür, dass wir gemeinsame Erfahrungen machen können und dass mitten in der pulsierenden Stadt von Köln und diesem doch großartigen Zeichen des Domes, der nach oben weist. Das ist so ein bisschen ein Bild für unsere Existenz: Unterwegs zu sein, etwas Beständiges zu suchen und etwas, was uns auch aus den ganzen Bedrängnissen nach oben verweist. Das gemeinsam zu erfahren ist etwas Gutes.

domradio.de: Wie kann man das den Menschen denn vermitteln, was sich hinter diesem Eucharistischen Kongress verbirgt?

Bischof Bode: Eucharistie ist Sammlung und Gemeinschaft, sie sammelt die Menschen sehr verschiedener Couleur zusammen. Und das Zeichen des Mahles ist in unserer Gesellschaft, in der Familie überall ein wichtiges Zeichen. Dass wir gemeinsam Mahl halten, heißt immer ein Zeichen tiefer Gemeinschaft. Dazu kommt dann noch einmal, dass dieses Mahl aus Brot und Wein besteht. Brot ist ein sehr alltägliches Zeichen, Wein ein sehr festliches Zeichen. Jesus bleibt in solchen schlichten Formen unter uns gegenwärtig. Er hat einen Weg gewählt, dass wir nicht nur geistig sozusagen Gemeinschaft haben, sondern dass auch spürbar im Essen des Brotes, im Trinken des Weines Jesus einer von uns wird, sich sozusagen verzehren lässt von den Menschen und ihrer Not und ihren Suchen, ihren Freuden und ihrer Hoffnung. Dass er den Menschen so nahe kommt, wie kein Mensch dem anderen nahe kommen kann.  Das ist eigentlich das Geheimnis, was sich dahinter verbirgt und großartig ist.

domradio.de: Ich denke, es ist vielleicht sogar noch schwieriger, den Eucharistischen Kongress Jugendlichen nahezubringen. Sie waren ja viele Jahre lang Jugendbischof. Wo gibt's da Anknüpfungspunkte?

Bischof Bode: Ich glaube, dass auch der Aspekt der Gemeinschaft eine große Rolle spielt. Am Schülertag kommen am Nachmittag 6000 Jugendliche im Kölner Dom zusammen, in einem riesigen Raum mit Musik. Das ist schon einmal eine wichtige Erfahrung. Wenn man dann noch spürt, dass sich aber in einer Eucharistiefeier, die sie vorher erlebt haben, bei den Katechesen, Jesus jedem ganz einzeln und persönlich gibt. Dass er ganz persönlich gemeint ist, etwa in Zeichen des Brotes und des Weines. Das kennen junge Leute auch, dass man miteinander was trinkt, das ist eigentlich etwas, was junge Leute suchen.

domradio.de: Bis Sonntag geht der Eucharistische Kongress, es gibt rund 800 Veranstaltungen. Gibt es für Sie auch einen persönlichen Höhepunkt?

Bischof Bode: Für mich ist es schon mit den jungen Leuten im Dom zu sein, ich habe das selbst vorgeschlagen, dass sie sich alle noch einmal sammeln im Dom. Eine Katechese habe ich noch am Samstag und ich glaube, dass der Schlussgottesdienst noch etwas ganz schönes wird.

domradio.de: Was hoffen Sie, was werden die Teilnehmer mit nach Hause nehmen? Was wird bei den Menschen über das Fest hinaus ausstrahlen?

Bischof Bode: Ich denke, es ist einfach eine Vergewisserung im Glauben, gerade in diesen heutigen schwierigen persönlichen Situationen vor Ort, diese Erfahrung von Gemeinschaft und einfach mal gemeinsam katholisch sein zu können, ohne sofort immer angefragt zu sein, ist auch etwas Ermutigendes. Das braucht man von Zeit zu Zeit. Ich glaube, die Leute werden einfach mit Erinnerungen und Bildern nach Hause fahren.

Das Interview führte Monika Weiß

(dr)

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