Eucharistischer Weltkongress in München
Eucharistischer Weltkongress in München

04.06.2013

Erinnerungen an den Internationalen Eucharistischen Kongress 1960 Mit der Welt zu Besuch in München

Der letzte internationale Eucharistisch Kongress fand 1960 in Deutschland statt. Als Jugendlicher dabei in München war Franz-Josef Dömer. Für domradio.de blickt er zurück auf das Glaubenstreffen.

"In meinen Händen halte ich das eigens für den Eucharistischen Weltkongress in München 1960 hergestellte Gebetbuch mit 144 Seiten, um mich zu erinnern. Beeindruckt war ich damals besonders von der Fülle der Gläubigen - 1,2 Millionen Menschen hatten teilgenommen. Jeden Tag war auf der Festwiese (Oktoberfestwiese) ein Gottesdienst.

Beeindruckend war auch die Sühnewallfahrt der Jugend nach Dachau. Wir wanderten betend und singend ab vier Uhr morgens zunächst noch durch die Nacht die ca. 15 km zum Konzentrationslager nach Dachau. Ich bin heute noch erschrocken darüber, dass das Lager 15 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen noch völlig intakt war: Die jeweils 20 Baracken rechts und links der Lagerstraße waren bewohnt von Heimatvertriebenen, völlig überfüllt. Nur die zweite Baracke vorne wurde durch ständiges Wachpersonal freigehalten: das war die Priesterbaracke, in der auch der katholische Märtyrer Karl Leisner gefangen gehalten und er geweiht wurde - und seine Primiz-Messe feierte.

Am Kopfende der Lagerstraße wurde dann die neu errichtete Todes-Angst-Christi-Kapelle eingeweiht. Wir konnten auch die Verbrennungsöfen und die 'Duschen' sehen, in denen Menschen vergast wurden. Ich war tief erschüttert, als neben mir in dem Gedränge ein polnischer Priester sagte: 'Ja, ich war hier auch vier Jahre gefangen.' Auch der Elektrozaun, die Wachtürme, die Verwaltungsgebäude waren völlig intakt, heute ist dort ein Museum, die Baracken wurden abgerissen, man sieht nur noch die Grundrisse.

Am letzten Tag des Kongresses mussten wir schon beim Verlassen des Hauses die Teilnehmerkarte zeigen, so wurden wir langsam durch die Straßen wandernd zur Festwiese geleitet und in unseren Block platziert. Kardinal Gustavo Testa war der Legat des Papstes. Und nach der Einleitung hielt Johannes XXIII. über Lautsprecher eine Ansprache. Der Papst hatte bis dahin noch keinmal den Vatikan ins Ausland verlassen, so war die direkte Übertragung seiner Ansprache eine Sensation.

Unvorstellbar die Körbe mit übereinander geschichteten Kelchen, die große Zahl an Priestern und die die Heilige Kommunion austeilten. Dann der Eucharistische Segen mit der Monstranz, die auch jetzt in Köln wieder gebraucht wird.

Kardinal Testa kniete auf dem Sakramentswagen vor der Monstranz und drehte eine Runde über den Festplatz. Das habe ich im vergangenen Jahr wieder gesehen, als Papst Benedikt XVI. in einem ähnlichen Wagen in einer Prozession von der Lateransbasilika nach St. Maria Maggiore geleitet wurde."

(DR)

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