Leihmutterschaften sind in der Ukraine legal
Leihmutterschaften sind in der Ukraine legal

15.05.2020

Proteste wegen Video über nicht abgeholte Leihmütter-Babys 46 weinende Babys

Ukrainische Bischöfe und die nationale Menschenrechtsbeauftragte verurteilen ein Video über Babys von ukrainischen Leihmüttern. Unterdessen wird der Ruf nach Verbot oder Einschränkung der Leihmutterschaft in der Ukraine lauter.

Mit dem Kurzfilm will eine kommerzielle Leihmutterschaftsfirma deutsche und andere ausländische Eltern beruhigen, die das wegen der Corona-Pandemie verhängte Reiseverbot daran hindert, ihre Babys in Kiew abzuholen. Zwei katholische Erzbischöfe bezeichneten das Video am Donnerstag als "Demonstration der Verachtung des Menschen und seiner Würde" und forderten ein Verbot der in der Ukraine erlaubten Leihmutterschaft.

Babys als Luxusgut?

Der rund vier Minuten lange Film zeige "46 weinende Babys" nebeneinander in ihren Betten "ohne mütterliche Berührung und elterliche Wärme", kritisierten der griechisch-katholische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk und der römisch-katholische Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki von Lemberg (Lviv). Die Neugeborenen würden als "erworbene Produkte" präsentiert, "deren Käufer nicht erschienen sind". Menschen dürften nicht als Ware bestellt, hergestellt und verkauft werden, betonten die Bischöfe in ihrer gemeinsamen Erklärung. "Legale sogenannte Leihmutterschaft" sei ein "moralisches Übel", unter dem die Kinder und die Frauen litten, die sie zu Welt gebracht hätten.

Video soll Druck aufbauen

Die Kiewer Leihmutterfirma "BioTecCom" ruft in ihrem Video dazu auf, Druck auf die ukrainische Regierung auszuüben, damit diese Eltern die Abholung der Kinder erlaube. Kiew untersagt wegen der Pandemie allen Ausländern ohne Wohnsitz in der Ukraine seit Mitte März die Einreise.

Die Firma betont, sie kümmere sich gut um die Babys und halte alle Hygienevorschriften zum Schutz vor dem Coronavirus ein.

Menschenrechtsbeauftragte: Leihmutterschaft einschränken

Die nationale Menschenrechtsbeauftragte Ljudmila Denissowa protestierte, die Ukraine gerate durch den Fall wieder "in das Epizentrum der Skandale um den Schutz der Rechte von Kindern, die von Leihmüttern geboren wurden". Die Babys würden als "Waren von hoher Qualität" beworben. Der ukrainische Staat respektiere aber die Rechte der Neugeborenen nicht. Denissowa forderte auf Facebook: "Kinder in der Ukraine dürfen keine Objekte des Menschenhandels sein!" Die Dienste von Leihmüttern sollten nur noch ukrainische Bürger in Anspruch nehmen dürfen.

(KNA)

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