Eine alte Frau hält Karten mit Heiligenbildern in ihrer Hand
Patientin hält Karten mit Heiligenbildern in ihrer Hand
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

01.03.2020

Spahn warnt vor Gewöhnung an Suizidbeihilfe Schwere Entscheidungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe vor einer Gewöhnung an Suizide. Zudem handele es sich um ein "sehr umfassendes Urteil", das nun ausgewertet werden müsse.

Der CDU-Politiker habe nach der Verkündung der Entscheidung am Mittwoch erstmal schlucken müssen, sagte er am Sonntag im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Nun bedürfe es eines Rahmenwerks, damit aus der Möglichkeit, Hilfe zur Selbsttötung zu erhalten, nicht eine Gewöhnung oder gar eine Verpflichtung für Schwerstkranke werde, betonte der Minister.

Spahn verteidigte seine Weisung an das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), keine Medikamente oder Betäubungsmittel für sterbewillige Menschen auszuliefern. Der Minister missachtete damit ein anders lautendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2017. Er tue sich schwer mit dem Gedanken, dass der Staat oder ein Minister darüber entscheide, welcher Sterbenskranke ein Mittel zum Suizid erhalten solle. Im übrigen habe das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil im Einzelfall getroffen.

"Umfassendes Urteil"

Spahn unterstrich zugleich, dass sein Ministerium diese Position jetzt im Licht der Entscheidung aus Karlsruhe überprüfen müsse. "Das ist ein sehr umfassendes Urteil. Das müssen wir jetzt auswerten." Unterdessen forderten Rechtsexperten Spahn auf, das tödliche Mittel Natrium-Pentobarbital für sterbewillige Schwerstkranke freizugeben.

"Nach diesem Urteil gibt es keinen Grund mehr, dieses für einen sanften Suizid am besten geeignete Mittel zu verweigern", sagt der Münchner Medizinrechtler Wolfgang Putz, der einen Arzt in Karlsruhe vertreten hatte, dem "Spiegel". Auch Ulrich Schellenberg, ehemals Präsident des Deutschen Anwaltvereins, forderte Spahn auf, "seine Blockadehaltung zu beenden".

(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 01.03.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kommen bald Corona-Lockerungen?
  • Was, und wie, wenn ohne Gott? Tagung beschäftigt sich mit Kirchenaustritten
  • Neues Buch von Doris Reisinger: "Nur die Wahrheit rettet"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kommen bald Corona-Lockerungen?
  • Was, und wie, wenn ohne Gott? Tagung beschäftigt sich mit Kirchenaustritten
  • Neues Buch von Doris Reisinger: "Nur die Wahrheit rettet"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Der Garten als Kraftquelle
  • Heute ist der "Equal care day"
  • Pilgern digital - mit einer neuen App der Jesuiten
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Der Garten als Kraftquelle
  • Heute ist der "Equal care day"
  • Pilgern digital - mit einer neuen App der Jesuiten
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Pilgern in Coronazeiten
  • Christliche Friseurin - ab heute darf sie wieder!
  • Was und wie, wenn ohne Gott?
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Himmelklar Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!