Auf dem Schild steht: "Andacht für Vincent Lambert"
Auf dem Schild steht: "Andacht für Vincent Lambert"

15.07.2019

Koma-Patient Lambert beigesetzt Im Kreise der Familie

Es war ein Tauziehen um den im Wachkoma liegenden Vincent Lambert. Während die Eltern den Tod verhindern wollten, setzte sich die Ehefrau für den Behandlungsstopp ein. Nach Einstellung der künstlichen Ernährung starb er und wurde nun beigesetzt.

Der am Donnerstag gestorbene Koma-Patient Vincent Lambert ist am Samstag im Kreis der Familie beigesetzt worden. Die religiöse Feier fand in einer Kirche im nordostfranzösischen Longwy statt, wie die Zeitung "La Croix" berichtet. Lambert und seine Ehefrau hatten sich in Longwy kennengelernt.

Frankreichs wohl bekanntester Wachkoma-Patient ist nach fast elf Jahren im Krankenhaus gestorben. Zuvor hatte es ein dramatisches juristisches Tauziehen um den Behandlungsstopp gegeben. Der 42-jährige Vincent Lambert starb am Donnerstagmorgen im Klinikum Reims - neun Tage nach der Einstellung der künstlichen Ernährung. Der tragische Fall hat nicht nur Lamberts Familie zerrissen, sondern auch Frankreich gespalten. Ein heftiger Streit um das Thema Sterbehilfe war entbrannt. Die Anwälte der Eltern bezeichnen des Tod ihres Sohnes als "Verbrechen des Staates".

Auch die Bischöfe reagierten

Frankreichs Bischöfe äußerten sich tief traurig über den Tod des Koma-Patienten Vincent Lambert. "Eine Traurigkeit, weil die Tragödie des Unfalls durch eine Tragödie verdoppelt wurde, die nicht schlimmer hätte sein können, das Zerreißen einer Familie", hieß es in einer auf der Internetseite der Französischen Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung von Generalsekretär Thierry Magnin.

Lambert war im Jahr 2008 bei einem Verkehrsunfall verunglückt und hatte sich schwer am Kopf verletzt. Er befand sich seitdem in einer Art Wachkoma. Die katholischen Eltern wollten den Tod ihres Sohnes mit aller Macht verhindern und klagten sich durch alle Instanzen. Sie scheiterten in Frankreich immer wieder - auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Lamberts Ehefrau setzte sich dafür ein, dass ihr Mann sterben konnte. Das würde seinem Wunsch entsprechen, argumentierte sie. Allerdings hatte Lambert keine Patientenverfügung, was den Fall umso komplizierter machte.

Zuletzt hatte Frankreichs oberstes Gericht nach dem zermürbenden Rechtsstreit den Weg für einen erneuten Stopp der Behandlung von Lambert freigemacht. Die Behandlung war schließlich am vergangenen Dienstag eingestellt worden.

(KNA, dpa)

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