Was macht das Menschsein aus?
Ein humanoider Roboter gibt einem Menschen die Hand

24.04.2019

Theologin sieht gravierende Folgen durch Wandel der Arbeitswelt Kritik an Robotern und Grundeinkommen

Digitalisierung und künstliche Intelligenz können immer mehr Jobs erledigen. Sinn und Selbstverwirklichung durch Arbeit bleibt für den Menschen auf der Strecke. Aber auch ein bedingungsloses Grundeinkommen löst das Problem nicht.

Die Freiburger katholische Theologin Ursula Nothelle-Wildfeuer sieht "gravierende Folgen" für die Gesellschaft, wenn durch künstliche Intelligenz und Digitalisierung massenhaft Jobs wegfielen. "Arbeit ist für die Menschen existenziell wichtig", sagte sie zum Tag der Arbeit am 1. Mai den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück. Menschen wollten gebraucht werden, wollten umsetzen, was sie gelernt haben, und etwas zum Wohl der Gemeinschaft und ihrer Familien beitragen. Das entfalle, wenn Roboter ihre Jobs übernähmen.

Grundeinkommen nicht die Lösung

Die Professorin für Christliche Gesellschaftslehre wandte sich in dem Zusammenhang gegen das bedingungslose Grundeinkommen. Es werde die Gesellschaft nicht befrieden, weil es nicht für Sinn und Selbstverwirklichung stehe. Nothelle-Wildfeuer plädierte stattdessen für viele kleine Lösungen. Menschen sollten künftig unkomplizierter wechseln können zwischen Selbstständigkeit, befristeten Projektstellen und unbefristeten Jobs. Zudem müsse jeder sich ein Leben lang weiterbilden, insbesondere in Bezug auf neue Techniken.

Immobiliengewinne für Sozialversicherung

Auch müsse die Sozialversicherung auf breitere Füße gestellt werden, forderte die Beraterin der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz. Dabei sollte nicht mehr nur das Erwerbseinkommen die Grundlage bilden. Vielmehr müssten auch etwa Gewinne aus Immobilienbesitz und Börsenspekulationen herangezogen werden. Das mache das System flexibler und sicherer.

Arbeit sei aber nicht alles, betonte Nothelle-Wildfeuer. "Es ist auch wertvoll und sinnstiftend, Verantwortung für die Familie zu übernehmen oder sich ehrenamtlich zu engagieren für die Gesellschaft und den Erhalt der Schöpfung." Gerade das könnten Christen innerhalb der Gesellschaft verdeutlichen.

(KNA)

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