DNA-Strang
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28.01.2019

Theologe fordert intensivere Debatte über Gentechnik am Menschen Chancen und Risiken abwägen

Die Stimmen zur Gen-Schere CRISPR/Cas und deren Anwendung bei Menschen werden nicht weniger: Nach den Kirchen fordert der Berliner katholische Theologe Andreas Lob-Hüdepohl eine intensive rechtliche, ethische und politische Debatte.

Der Berliner katholische Theologe Andreas Lob-Hüdepohl, Mitglied des Deutschen Ethikrates, kritisierte in einem Beitrag für die Freiburger Zeitschrift "Herder Korrespondenz" die jüngsten Experimente in China als unverantwortlich. Dort waren kürzlich zwei genmanipulierte Babys geboren worden. Ein Wissenschaftler hatte offenbar auf eigene Faust das Erbgut verändert.

Entscheidungsdruck wächst

Zugleich sei es falsch, so Lob-Hüdepohl weiter, jetzt einen kategorischen Stopp der Forschung mit CRISPR/Cas zu fordern. Nötig sei vielmehr ein Moratorium als Zeit des Innehaltens, um die Chancen und Risiken von Eingriffen in die menschliche Keimbahn umfassend zu diskutieren.

Neben medizinischen Fragen gehe es auch um die sozialen und gesellschaftlichen Folgen des biotechnischen Fortschritts, so Lob-Hüdepohl, der dem Deutschen Ethikrat angehört. "Je stärker gentechnische Entwicklungen persönliche oder auch gesellschaftliche Handlungsoptionen erweitern, desto mehr wächst der Entscheidungsdruck auf alle Beteiligten", warnt der Ethiker. Das Verhältnis von Eltern zu Kindern drohe sich grundlegend zu verändern.

Kardinal Woelki: Gott nicht ins Handwerk pfuschen

Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland warnten in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor unkalkulierbaren Folgen von Veränderungen am Erbgut des Menschen mithilfe der der Genschere CRISPR/Cas. "Wenn sich dieser Vorgang bewahrheitet, dann verletzt er sämtliche wissenschaftliche Regeln", sagte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger.

Dem Kölner Erzbischof machen die Meldungen zu den beiden genveränderten Babys in China schlichtweg Angst. Andere fordern nun Regeln auf internationaler Ebene. Kardinal Woelki betonte gegenüber DOMRADIO.DE, dass die Kirche nicht generell gegen Forschung und Wissenschaft sei. Aber man müsse neben den Chancen immer auch die langfristigen Risiken und Gefahren im Blick haben, so der Kardinal.

"Wir Menschen kommen in Teufels Küche wenn wir Gott ins Handwerk pfuschen und an den menschlichen Keimbahnen herumexperimentieren. Die aktuellen Nachrichten von gentechnisch veränderten Babys aus China machen mir da Angst", betonte Woelki.

(KNA)

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