Sabarimala ist einer der wichtigsten hinduistischen Wallfahrtsorte
Sabarimala ist einer der wichtigsten hinduistischen Wallfahrtsorte
Indien: Polizeieinsatz nach Tempelöffnung für Frauen
Indien: Polizeieinsatz nach Tempelöffnung für Frauen

15.01.2019

Frau in Indien nach historischem Tempelbesuch misshandelt Beten mit Polizeischutz

Nach dem historischen Besuch eines indischen Tempels, der Frauen zwischen 10 und 50 Jahren verboten ist, ist eine Inderin von ihrer Familie misshandelt worden. Radikale Hindus hatten gedroht, Besucherinnen zu töten.

Kanaka Durga sei bei ihrer Rückkehr von ihrer Schwiegermutter mit einer Holzlatte so heftig geschlagen worden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste, berichtete die Tageszeitung "Times of India" am Dienstag unter Berufung auf die Polizei. Durgas Besuch des Sabarimala-Tempels im südindischen Bundesstaat Kerala Anfang des Jahres mit einer anderen Frau sorgt in Indien für heftigen Streit. Die beiden hatten mit Polizeischutz gebetet.

Im September hatte Indiens Oberstes Gericht erklärt, das Frauenverbot des Tempels verstoße gegen die in der Verfassung festgeschriebene Gleichstellung von Frauen und Männern. Radikale Hindus erkennen diese Rechtsprechung nicht an und haben gedroht, die Besucherinnen zu töten. Der Tempel verbietet Frauen im gebärfähigem Alter den Zutritt, weil der dort verehrte Gott unverheiratet ist und von den Besucherinnen verführt werden könnte. Zudem gelten menstruierende Frauen laut hinduistischer Tradition als unrein.

Berühmte Tempel mit absolutem Frauenverbot 

Dem Besuch der beiden Frauen in dem Heiligtum folgten tagelange Unruhen in Kerala. Sie mussten untertauchen. Durga kehrte erst Montagnacht zu ihrer Familie zurück. Die Familie der 39-Jährigen wusste laut "Times" im Vorfeld nichts von dem Tempelbesuch. Durga arbeitet als Regierungsangestellte.

Nach dem Gerichturteil verwandelten extremistischer Hindus den Sabarimala-Tempel in eine Festung. Sie hinderten Dutzende Frauen daran, bis zum Tempel zu gelangen, der auf einem Hügel in einem Wald liegt. Die meisten Tempel in Indien erlauben den Besuch von Frauen und setzen keine strikten Altersregeln wie der Sabarimala Tempel. Allerdings gibt es mehrere berühmte Tempel, die ein absolutes Frauenverbot aufrecht erhalten.

Eltern wegen Mordes an 16-jähriger Tochter festgenommen 

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworten, dass eine Familie in Indien verdächtigt wird, ihre 16-jährige Tochter mit der Hilfe eines befreundeten Metzgers getötet und zerstückelt zu haben. Sie hätten dies vermutlich im Namen der Ehre getan, teilte die Polizei im nördlichen Bundesstaat Bihar am Freitag mit. Der Metzger habe die Tat gestanden.

Die Jugendliche war den Angaben zufolge mit einem Mann von zu Hause weggelaufen, der einer anderen Kaste angehörte als ihre Familie. Ihre verstümmelte Leiche war am Sonntag auf einem Bauernhof gefunden worden, ihr Kopf in einem nahe gelegenen Feld.

Die Familie sagte der Polizei zunächst, das Mädchen sei entführt und vergewaltigt worden. Daraufhin gab es über mehrere Tage Demonstrationen gegen die Polizei in der Gegend um die Stadt Gaya. Die Beamten hätten aber Unstimmigkeiten in den Angaben der Familie bemerkt, hieß es. Der Vater, die Mutter und der Metzger wurden festgenommen.

Viele indische Familien lehnen Ehen und Beziehungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionen sowie verschiedener Stufen des hinduistischen Kastensystems streng ab. Widersetzen sich Kinder dem Willen ihrer Eltern, begeben sie sich damit nicht selten in ernste Gefahr.

30 Millionen Christen

Der indische Subkontintent zählt fast 1,5 Milliarden Einwohner. Rund 30 Millionen von ihnen sind Christen. Sie sind nicht nur eine Minderheit, sondern auch sozial geächtet: Die meisten Christen gehören zu den Dalits, der untersten Kaste der hinduistischen Gesellschaftsordnung.

Besonders schlimm ist die Lage für die Christen im Nordosten Indiens. Dort leben die „Unberührbaren“ in bitterer Armut, an den Rändern der Dörfer – getrennt von Angehörigen höherer Schichten. Vom Schulbesuch sind Dalits oft ausgeschlossen.

Lassen sie sich taufen, verlieren sie auch noch das geringe Almosen, das der Staat ihnen gewährt. Hinzu kommen in jüngster Zeit Anfeindungen nationalistischer Hindus und strenge Gesetze, die den Übertritt zum Christentum erschweren sollen.

(epd, dpa, KiN)

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