Ratzinger kann sich keine Frau als Domspatzen-Chefin vorstellen

Gläubig, musikalisch und männlich

Der langjährige Leiter der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger, kann sich eine Frau als Chefin des weltberühmten Chores nicht so recht vorstellen. Gegen Ende des Jahres soll es einen neuer Domkapellmeister oder eine Domkapellmeisterin geben.

Georg Ratzinger (m.l.) und Papst Benedikt XVI. (m.r.) mit den Regensburger Domspatzen nach einem Konzert 2005 in der sixtinischen Kapelle im Vatikan / ©  Aturo Mari (KNA)
Georg Ratzinger (m.l.) und Papst Benedikt XVI. (m.r.) mit den Regensburger Domspatzen nach einem Konzert 2005 in der sixtinischen Kapelle im Vatikan / © Aturo Mari ( KNA )

"Meine ganz persönliche, vielleicht altmodische Meinung ist die, vor so viel Buben und jungen Männern ist's doch besser, wenn ein Mann dem Chor vorsteht", sagte der frühere Regensburger Domkapellmeister der Bischöflichen Pressestelle in Regensburg (Montag).

Umgekehrt sei es vielleicht nicht so. Denn vor einem Mädchenchor habe sich ein männlicher Chorleiter vielfach bewährt. Ratzinger, der von 1964 bis 1994 die Domspatzen leitete, wird am Dienstag 95 Jahre alt.

Domspatzen traten bereits beim Papst auf

Bei den Domspatzen steht zum September 2019 ein Führungswechsel an. Der bisherige Domkapellmeister Roland Büchner (64) geht in den Ruhestand. Die vom Bistum Regensburg bereits im November vergangenen Jahres veröffentlichte Stellenanzeige richtet sich explizit auch an Frauen. Eine Entscheidung soll im Frühjahr 2019 fallen. Der Unterfranke Büchner leitet seit 1994 die Domspatzen.

In die Zeit von Büchner fielen viele Auslandsreisen, unter anderem nach Südafrika und zuletzt ins Heilige Land. Außerdem sang der kirchliche Knabenchor 2006 beim Besuch von Papst Benedikt XVI. in Bayern sowie 2009 in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Ebenfalls in die Amtszeit Büchners fiel die Aufklärung und Aufarbeitung der Misshandlungs- und Missbrauchsfälle bei den Domspatzen mit insgesamt mehr als 500 Betroffenen.

Vorrausetzungen für Chorleiter und Chorleiterinnen

Auf die Frage, was ein neuer Leiter für sein Amt mitbringen sollte, sagte Ratzinger in dem Interview, zuerst einmal müsse er ein "gläubiger Katholik" sein. Für ihn sollte der Glaube die Grundlage seines Lebens sein und auch zur Liturgie sollte er ein besonders Verhältnis haben.

Weiter brauche der Nachfolger "natürlich pädagogisches und musikalisches Vermögen". Er müsse mit den Kindern in den verschiedenen Altersstufen umgehen können, das etwa von neun bis 20 Jahre reiche. Dazu brauche es eine musikalische Ausbildung, die auch das Orgelspiel einschließe und die Interpretationsfähigkeit von Partituren, die schon vor Jahrhunderten entstanden seien.


Georg Ratzinger, Priester und Bruder von Papst Benedikt XVI.  / © Katharina Ebel (KNA)
Georg Ratzinger, Priester und Bruder von Papst Benedikt XVI. / © Katharina Ebel ( KNA )
Quelle:
KNA
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