Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche
Symbolbild Missbrauch
Christine Bergmann (Mitte), ehemalige Familienministerin
Christine Bergmann (Mitte), ehemalige Familienministerin

17.10.2018

Expertin fordert Missbrauchsstudie für evangelische Kirche "Verantwortung übernehmen"

Neue Blickrichtung in der Aufarbeitung von Missbrauch: Aus Expertensicht sei zur Aufklärung von Missbrauch in der evangelischen Kirche eine separate Studie nötig. Besondere Verantwortung käme dabei den jeweiligen Landeskirchen zu.

"Die einzelnen Landeskirchen müssen konsequent und vor allem unabhängig aufarbeiten", sagte die ehemalige Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt". Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirche seien als Einzelfälle angesehen worden.

"Täterschutz und Institutionenschutz gingen auch bei den Protestanten vielfach vor Kinderschutz, auch sie haben vertuscht und den Betroffenen vielfach keine Unterstützung angeboten", kritisierte die Ex-Bundesfamilienministerin. Täter seien mitunter nur versetzt worden. Auch die evangelische Kirche müsse Unrecht anerkennen und Verantwortung übernehmen. In den vergangenen Jahren sei in den Landeskirchen einiges passiert. Es fehle aber eine konsequente Aufarbeitung.

Gutes Beispiel Nordkirche

Als ein gutes Beispiel bezeichnete Bergmann den Aufarbeitungsprozess der Nordkirche, der die Basis für ein Präventionsgesetz gewesen sei.

"Im November wird sich die Synode mit dem Thema sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext befassen, und die Kirchenkonferenz hat eine Reihe wichtiger Maßnahmen vorgeschlagen." Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen sei kein Thema der Vergangenheit, die Häufigkeit erschreckend.

Studie der katholischen Kirche liefert wichtigen Einblick

Die jüngste Missbrauchsstudie für die katholische Kirche zeige zwar "nur die Spitze des Eisbergs, weil die Forscher unter anderem keinen direkten Zugang zu den Akten hatten", sagte Bergmann. "Aber sie liefert doch einen wichtigen Einblick." Es sei "klar" gewesen, dass die katholische Kirche "nicht allein schuldig geworden" sei. "Mich ärgert vor allem, dass bisher eine Aufarbeitung aber immer nur dann passiert ist, wenn Betroffene nicht lockergelassen haben."

Für die katholische Kirche hatten Wissenschaftler die "Studie über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" Ende September in Fulda bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe vorgestellt.

In den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 hatte das Forscherteam Hinweise auf 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden. Die Experten gehen zudem von weiteren Fällen aus, die nicht in den Akten erfasst sind. (KNA)

(KNA)

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