Monsignore Christian Hermes
Monsignore Christian Hermes

11.10.2018

Stuttgarter Stadtdekan fordert konkrete Reformen in der Kirche "Keinerlei Verständnis mehr"

Im Umgang mit sexuellem Missbrauch zeigt der katholische Stuttgarter Stadtdekan Christan Hermes kein Verständnis dafür, warum nicht schon längst konsequent gehandelt worden sei. Betroffenheitsäußerungen dürften nicht zur "leeren Geste" werden.

Der katholische Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes fordert in der Debatte über den Umgang mit sexuellem Missbrauch konkrete grundsätzliche Änderungen in seiner Kirche. Bloße Betroffenheitsäußerungen durch Papst und Bischöfe liefen Gefahr, "zur leeren Geste zu werden", so Hermes auf der Homepage der Katholischen Kirche in Stuttgart. Kirchenmitglieder und Öffentlichkeit wollten Taten sehen.

"Warum wissen wir nicht, welche Bischöfe nicht kooperativ waren?"

Hermes wörtlich: "Im Kontext moderner politischer Entwicklungen erscheint es mir und vielen, mit denen ich spreche, nicht mehr vermittelbar, warum unbezweifelbar gute Errungenschaften wie Mitbestimmung, Gewaltenteilung, 'Checks and Balances' oder eine unabhängige Gerichtsbarkeit der göttlichen Verfassung der Kirche nicht entsprechen sollten."

Es stelle sich die Frage, warum nicht schon längst konsequent gehandelt worden sei: "Warum wissen wir nicht, welche Bischöfe und welche Ordinariate nicht kooperativ waren und zu wenig in der Prävention tun? Welcher Bischof, welcher Personalchef hat was wo nicht aufgeklärt oder vertuscht oder Opfern nicht zugehört oder das Thema nicht ernst genommen?"

Wo Bischöfe den Schutz der Institution vor den der Opfer stellten oder unter Berufung auf Selbstbestimmungsrechte einen kritischen Blick von außen ablehnten, fänden sie innerkirchlich und gesellschaftlich "zurecht keinerlei Verständnis mehr", so der Geistliche.

Zölibat keine Garantie für gute Priester

Weiter betont Hermes, die Kirche habe "mit oft neurotischen, auf Unterdrückung, Verdrängung oder Verleugnung ausgerichteten Fehlformen von Sexualmoral - früher noch mehr als heute - viel Schaden angerichtet". Kritisch sieht er auch die verpflichtende Ehelosigkeit bei Priestern. Der Zölibat sei kein Auslöser für den Missbrauch, "aber er ist eben auch überhaupt keine Garantie - was er ja sein sollte - dass wir gute Priester haben".

Hermes wörtlich: "Klar ist für mich, dass eine Öffnung des kirchlichen Amtes für in Ehe und Familie bewährte Männer und ebenso auch für Frauen das Setting verändern würde und das Männergeklüngel aufbrechen würde."

(KNA)

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