Johannes-Wilhelm Rörig
Johannes-Wilhelm Rörig

24.09.2018

Rörig für unabhängige Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle "Über die Zahlen wundere ich mich leider nicht"

Auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, äußert sich zu der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche. Er empfiehlt, dass Bund und Länder die Aufarbeitung zumindest teilweise übernehmen.

"Gerade weil Staat und Kirche Partner sind, ist hier auch der Staat gefragt", sagte Rörig der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Der Staat trage Verantwortung für alle Kinder, auch für die, die sich in Obhut der Kirche befinden. Der Staat müsse daher ein Interesse an einer tiefgehenden Aufarbeitung haben.

Laut Rörig sollten Verträge zwischen Staat und Kirchen ein Akteneinsichtsrecht für Betroffene, Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse sowie Entschädigungsansprüche regeln. Bislang führen die Kirchen die Aufarbeitung in Eigenregie. Viele Kirchenvertreter spürten aber, dass es so nicht weitergehe, sagte der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: "Es braucht einen weiteren, mutigen Schritt, um den Vertrauensverlust zu stoppen, um diese Schuld aufzuarbeiten."

"Ein erster, respektabler Schritt der Aufklärung"

Rörig zeigte sich erschüttert über die Ergebnisse der Studie. "Über die Zahlen, die jetzt öffentlich sind, wundere ich mich leider nicht", sagte er. Die katholische Kirche müsse nun die Debatte über die Frage intensivieren, inwieweit ihre Strukturen dazu beigetragen haben, "dass Missbrauch tausendfach begangen und verdeckt werden konnte". Die von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie sei "ein erster, respektabler Schritt der Aufklärung", der aber klare Grenzen habe. "Eine unabhängige Aufarbeitung muss weiter gehen", betonte der Missbrauchsbeauftragte.

Die deutschen katholischen Bischöfe stellen am Dienstag bei ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda die in ihrem Auftrag erstellte Studie über die Missbrauchsfälle in der Kirche vor. Laut «Spiegel» und «Zeit» weist die Studie zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 Kinder und Jugendliche als Opfer sexueller Vergehen durch 1.670 Priester, Ordensmänner und Diakone aus.

(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 14.07.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Covid-19-Folgen: Save the Children warnt vor vielen Schulabbrechern
  • Präsidentschaftswahlen in Polen - das sagt die Kirche
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…