Rapper Kollegah und Farid Bang in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz
Rapper Kollegah und Farid Bang in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz
Kollegah (r) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo
Kollegah (r) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo

08.06.2018

Rapper Kollegah und Farid Bang besuchen Auschwitz "Nachdenklich, betroffen und voller Fragen“

Trotz antisemitischer Texte wurden Kollegah und Farid Bang mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet. Nun haben die beiden Rapper die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Dort legten sie Blumen nieder und zeigten sich betroffen.

Am Donnerstag folgten sie einer Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees, wie das Komitee am Donnerstag mitteilte. Die Sänger wurden beim Gang durch die Gedenkstätte von Christoph Heubner, dem Exekutiv-Vizepäsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, und Vertretern der Gedenkstätte geführt. An der berüchtigten Todeswand am Block 11 in Auschwitz legten sie zu Ehren der Ermordeten Blumen nieder.

Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte die Rapper nach der heftigen öffentlichen Debatte um ihre Songtexte und die Auszeichnung mit dem Musikpreis Echo zu einem Besuch der Gedenkstätte eingeladen. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Nationalsozialisten in dem Konzentrationslager mehr als eine Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen Juden.

Konfrontation mit der Geschichte

Heubner erklärte nach dem Besuch: "Es ist gut, dass die Rapper Kollegah und Farid Bang heute die Konfrontation und die Begegnung mit der Geschichte von Auschwitz und mit sich selbst gesucht haben.“ Die Musiker hätten die Gedenkstätte "nachdenklich, betroffen und voller Fragen“ verlassen.

Farid Bang und Kollegah waren im April trotz Antisemitismus-Vorwürfen und massiver Kritik im Vorfeld mit dem Echo ausgezeichnet worden. Sie erhielten den Preis für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3“. Darin finden sich Textzeilen wie "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“ oder "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“.

Die Auszeichnung der Rapper hatte bundesweit eine Welle der Empörung ausgelöst. Unter dem massiven öffentlichen Druck entschied der Bundesverband Musikindustrie, den Echo in der bisherigen Form abzuschaffen.

(epd)

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