Wie sieht die Zukunft aus?
Wie sieht die Zukunft aus?

26.12.2017

Umfrage: Erwartungen für das Jahr 2030 Die Angst der Deutschen wächst

"Zwischen Skepsis und Zuversicht" titelt das BAT-Institut für Zukunftsfragen und fasst so die Ergebnisse ihrer aktuellen Umfrage zusammen. Dazu hat man mehr als 2.000 Deutsche gefragt, wie sie die Zukunft sehen. 

Die Angst der Deutschen vor Internet-Kriminalität, Überwachung und sozialer Spaltung ist nach einer Umfrage des BAT-Instituts für Zukunftsfragen weiter gewachsen. "Viele Bundesbürger haben das Gefühl, in unsicheren Zeiten zu leben", sagte der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, am Dienstag in Hamburg. Parallel verlören sie das Vertrauen in Politik, Unternehmen und Medien. Die Institutionen sollten daher mehr Sicherheit, Beständigkeit und Optimismus ermitteln.

So erwarten 84 Prozent der Befragten eine starke Zunahme der Internet-Kriminalität. Vor neun Jahren waren es nur 67 Prozent. Fast drei Viertel der Befragten halten es für realistisch, dass es 2030 eine flächendeckende Videoüberwachung gibt. Vor allem Jüngere gehen davon aus, dass künftig Sicherheit wichtiger sein wird als die Privatsphäre.

Mehr Geld für Heizung und Miete

Die Befürchtungen erstrecken sich über viele Themen. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) denkt, dass die Warmmiete zukünftig doppelt so hoch sein wird wie die Kaltmiete.

Zwei Drittel (66 Prozent) rechnen mit einer zunehmenden räumlichen Spaltung der Gesellschaft: Besserverdienende leben dann in abgeschotteten Wohnanlagen, andere Stadtteile werden hauptsächlich von Ärmeren bewohnt. 2008 erwarteten dies deutlich weniger (53 Prozent).

Familie bleibt wichtig

Sehr positiv sehen die Bundesbürger weiterhin die Familie: 91 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Familie 2030 «das Wichtigste im Leben» sein wird. Viele rechnen mit einem Anstieg der Mehrgenerationenhaushalte.

Hoffnungsvoll begegnen die Bundesbürger sogar dem Klimawandel. Aktuell geht jeder Vierte (26 Prozent) davon aus, dass der Klimawandel dank technischer Lösungen gestoppt wird. Vor neun Jahren  konnten sich lediglich zwölf Prozent dies vorstellen. 71 Prozent sehen die Entwicklung der Solar- und Windenergie positiv. 2008 waren es nur 52 Prozent. Die Bereitschaft steige, tatsächlich selber etwas für den Erhalt der Natur zu tun, erklärte Reinhardt.

(epd)

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