Babybauch mit Teddybär
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03.10.2017

US-Abtreibungsarzt verkauft Klinik an Lebensschützer Mangelnde Nachfrage und Anfeindungen

Jahrzehntelang steht eine Abtreibungsklinik in Germantown im US-Bundesstaat Maryland im Visier der Lebensschützer. Dass ihr Besitzer sie jetzt an die "Pro-Life"-Aktivisten verkauft, hat mehrere Gründe.

Todd Stave hatte eine schwere Kindheit. Dabei wuchs er weder in Not auf noch wurde er regelmäßig verprügelt. Was seine frühen Jahre so traumatisch machte, waren die permanenten Angriffe von Nachbarn und Klassenkameraden, die ihn wegen der Abtreibungsklinik seines Vaters zur Rede stellten.

Belästigungen am Telefon, Flugblätter im Briefkasten

Todd erbte die 1982 gegründete Klinik in Germantown, Maryland, die sich auf späte Schwangerschaftsabbrüche spezialisiert hat. Seitdem richteten sich die Attacken der Abtreibungsgegner direkt gegen ihn. Belästigungen am Telefon, Demonstranten vor seinem Haus und Flugblätter im Briefkasten, die blutige Föten zeigten.

Jetzt hat Stave das Handtuch geworfen und die Klinik an seine einstigen Gegner verkauft. Erstanden hat sie die "Maryland-Koalition für das Leben", Kaufpreis unbekannt. Der "Pro-Choice"-Mann widerspricht den Lebensschützern, die den Verkauf als Erfolg sehen. Dies sei keine Niederlage, sondern ein gutes Geschäft für ihn.

Unterm Strich stimmte die Bilanz der umstrittenen Klinik schon lange nicht mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Zahl der Abtreibungen auf historischem Tiefstand

Seit dem Supreme-Court-Urteil Roe vs. Wade von 1973, das Abtreibungen weitgehend legalisierte, ging die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sukzessive zurück. Nach Angaben des renommierten Gutmacher-Instituts fiel die Zahl der Abtreibungen zuletzt auf einen historischen Tiefstand. Darüber hinaus gelang es den Lebensschützern, formale Hindernisse gegen das zu errichten, was aus ihrer Sicht blanker Mord an den schwächsten Wesen ist.

So hat der Gesetzgeber bestimmte Türbreiten in Abtreibungspraxen definiert und eine Mindestanzahl von Parkplätzen vorgeschrieben, um den Abbruch, wenn nicht zu verhindern, so doch zu erschweren. Auch das vorgeschriebene Zeigen von Ultraschall-Videos soll abtreibungswillige Frauen zum Umdenken bewegen.

Prävention sorgte für weniger Teenager-Schwangerschaften

Die Gründe für die abnehmende Zahl an Abbrüche haben auch mit der verbesserten Prävention zu tun, vor allem bei Teenager-Schwangerschaften. Auch sie sind auf einem Rekord-Tief. Als Gründe nennt das Center for Disease Control and Prävention eine verbesserte Sexualaufklärung an den Schulen und die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln.

All das machte sich in der Klinik von Germantown bemerkbar. Zum Schluss, so Stave, konnte er die wöchentlichen Abtreibungen in seiner Klinik an einer Hand abzählen. Und die, die kamen, kamen von weit her. Es waren vor allem ältere, verheiratete Frauen, die schon Kinder zur Welt gebracht hatten. In den meisten Fällen handelte es sich um Problemschwangerschaften, die mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden waren.

Konfrontation mit Lebenschützern verursachte hohe Kosten

Die anhaltende Konfrontation mit den Aktivisten verursachten der Klinik in Maryland über die Jahre zudem erhebliche Sicherheits- und Anwaltskosten. Stave hatte das Schicksal von George Tiller vor Augen, ein auf Spätabtreibungen spezialisierter Gynäkologe wie er, der 2009 an einem Sonntagmorgen in seiner Kirche ermordet wurde.

Die Kombination aus abnehmender Nachfrage und wachsenden Drohungen ließen es Stave am Ende als "gutes Geschäft" erscheinen, seine Klinik zu verkaufen. Die Lebensschützer sind damit praktisch einen Schritt weiter, als ihre Verbündeten auf dem Kapitolhügel mit einem neuen Vorstoß an diesem Dienstag kommen werden.

US-Lebenschutzbewegung will neues Gesetz

Sie wollten einen Gesetzesentwurf beschließen, der Abtreibungen nach der 20. Woche unter Strafe stellen würde. Präsident Donald Trump hat versprochen, ein solches Gesetz zu unterzeichnen, wenn es auf seinem Schreibtisch landete. Doch danach sieht wenig aus. Die Initiative bleibt symbolisch, da er unter den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen keine Chance hat, im Senat die notwendigen Stimmen zu erhalten.

(KNA)

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