Wohnungsbesichtigung
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08.09.2017

Katholische Verbände: Wohnungsnot muss Chefsache werden Ohne Obdach

Katholische Verbände fordern stärkere Maßnahmen gegen Wohnungsnot in Deutschland. Vor allem Frauen haben Schwierigkeiten bezahlbaren Wohnraum zu finden, selbst wenn sie einer Tätigkeit nachgehen, so der Sozialdienst katholischer Frauen.

In ihren "Zehn Geboten gegen Wohnungslosigkeit" verlangt die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAGW), das wachsende Problem müsse von der kommenden Bundesregierung zur Chefsache gemacht werden. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) wies am Freitag in Dortmund darauf hin, dass vermehrt Frauen keinen angemessenen und bezahlbaren Wohnraum fänden.

Problem nicht abschieben

Die Politik dürfe nicht nur wie bisher auf den Ausbau von Nothilfesystemen wie Suppenküchen setzen und das Problem auf Kirchen und ehrenamtliche Helfer abschieben, so die KAGW. Konkret verlangt der Verband, Jobcenter sollten bei drohender Kündigung Mietschulden als Beihilfe übernehmen können. Es müssten Fachstellen für Wohnungsnotfälle geschaffen werden, die alle Hilfen aus einer Hand bieten.

Bei Mietschulden oder drohender Zwangsräumung seien aufsuchende Hilfen notwendig. Staatliche, privatwirtschaftliche und kirchliche Wohnungsbaugesellschaften sowie Investoren sollten verpflichtet werden, ausreichend Wohnraum mit bezahlbaren Mieten anzubieten.

160.000 obdachlose Frauen

Der SkF verwies auf eine Prognose der freien Wohlfahrtsverbände, nach der 2018 rund 160.000 Frauen in Deutschland obdachlos sein werden. Selbst Frauen, die in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stünden, erzielten nicht selten ein zu geringes Einkommen, um eine Wohnung, besonders in Ballungsräumen, finanzieren zu können.

Häufig seien die Frauen aufgrund der Kinderversorgung und wegen zu geringer Betreuungsangebote in Teilzeit oder in Minijobs beschäftigt. Zudem verdienten Frauen in schlecht bezahlten Branchen oft zu wenig. "Besonders ältere Frauen, die ihr Leben lang unter diesen Bedingungen gearbeitet haben oder lange Erwerbsunterbrechungen hatten, erhalten kleine Renten, die zu Armut und Obdachlosigkeit führen", so die SkF-Bundesvorsitzende Anke Klaus.

(KNA)

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