Bundespräsident würdigt katholischen Sozialethiker Hengsbach

"Wichtigste Stimme der Christlichen Sozialethik"

Zum 80. Geburtstag des katholischen Sozialethikers Friedhelm Hengsbach hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Jesuiten gewürdigt. 

Friedhelm Hengsbach / © Harald Oppitz (KNA)
Friedhelm Hengsbach / © Harald Oppitz ( KNA )

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Jesuiten Friedhelm Hengsbach zum 80. Geburtstag als "wichtigste Stimme der Christlichen Sozialethik" gewürdigt. Hengsbach finde mit Analysen über gesellschaftliche Zustände, über soziale Gerechtigkeit und über neue soziale Bewegungen weltweite Beachtung«, heißt es in einem am Freitag in Berlin veröffentlichten Gratulationsschreiben. Hengsbach wird am Samstag 80 Jahre alt. Seit Jahrzehnten streitet der in Ludwigshafen wohnende Jesuit für soziale Gerechtigkeit. Immer wieder kritisierte er die Sozialpolitik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen.

Zugleich tritt der Jesuit für innerkirchliche Reformen ein.

Wichtiger Sozialethiker

"Ihr Blick gilt stets den Strukturen, die dazu führen, dass Menschen ins Abseits geraten und ihrer Würde beraubt werden", betonte der Bundespräsident weiter. "Auf der Grundlage gesellschaftlicher wie ökonomischer Analysen halten Sie uns den Spiegel vor und mahnen konkrete Reformen zum Besseren an. Für all das sage ich Ihnen meinen Dank. Mehr denn je brauchen wir heute Menschen wie Sie, die glaubhaft und engagiert Ihre Stimme erheben."

Der Dortmunder trat nach dem Abitur dem Orden bei. Zwischen 1959 und 1972 studierte er in München, in Büren, an der Jesuiten-Hochschule in Sankt Georgen sowie in Bochum. 1967 wurde er zum Priester geweiht. Von 1985 bis zur Emeritierung 2005 lehrte er in Sankt Georgen Christliche Sozialwissenschaft, Wirtschafts- und Gesellschaftsethik.

Forschung zu europapolitischen Fragen

Von 1992 bis 2006 stand er dem nach dem Nestor der katholischen Soziallehre benannten Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik vor.

Seit 2008 lebt er in Ludwigshafen "als absoluter Oldie in einer Art Männer-WG" mit fünf anderen Jesuiten. Hengsbach sieht sich in seinem Einsatz "in der Nachfolge von Nell-Breuning, nach dem Engagement im Glauben mit sozialem Engagement einhergeht. Das eine ist Ausdruck des anderen." Derzeit befasst sich der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler vor allem mit europapolitischen Fragen.


Quelle:
KNA