Johannes-Hospiz in Münster
Johannes-Hospiz in Münster
Reinhard Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx

05.11.2015

Katholische Kirche begrüßt Bundestagsbeschluss "Kein Geschäft mit dem Tod machen"

Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx hat die vom Bundestag beschlossene Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland gelobt. Die Regelungen könnten wesentlich zum Ausbau der entsprechenden Versorgung beitragen.

"Schwerkranke und sterbende Menschen müssen in Deutschland gut versorgt und begleitet in Würde sterben können - egal, ob sie sich zu Hause, in einem Krankenhaus, in einem Pflegeheim oder im Hospiz befinden", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Erfreulich sei auch, dass die Einrichtung von multiprofessionellen Palliativdiensten in Krankenhäusern noch in den Gesetzentwurf aufgenommen worden sei.

"Ein kraftvolles Zeichen setzen"

Möglichen Nachbesserungsbedarf sieht Marx bei der Versorgung sterbenskranker Menschen in Pflegeheimen. Zu vermuten sei, dass der vorgesehene Personalschlüssel für die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase dort nicht ausreiche. Deshalb sollte hier alsbald nachgebessert werden.

Mit Blick auf die am Freitag im Bundestag anstehende Abstimmung über die Suizidbeihilfe forderte Marx ein "kraftvolles Zeichen gegen die Möglichkeit, Geschäfte mit dem Tod zu machen". Der Kardinal sprach sich erneut für ein Verbot jeder organisierten Form von Suizidbeihilfe aus.

Mehr Angebote notwendig

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, bezeichnete das Gesetz als gute rechtliche und finanzielle Grundlage für den möglichst zügigen Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten. Jetzt müssten sich allerdings die Bürger und die Kommunalpolitik dafür engagieren, dass ein dichteres Netz von Angeboten entstehe. Gefragt sei auch das Engagement von Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Pflegeheimen. Nach Einschätzung des ZdK-Präsidenten ist eine gute Sterbebegleitung ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Christen. Auch die Medizin müsse umlernen und die Palliativmedizin aus ihrer jetzigen Nische herausholen.

Ein wichtiger Schritt

Auch der Deutsche Caritasverband (DCV) begrüßte den Bundestagsbeschluss. "Ambulante und stationäre Hospizeinrichtungen sind damit ausreichend finanziert, um Menschen am Ende ihres Lebens gut zu begleiten. Auch in Krankenhäusern können Patienten jetzt stationsübergreifend palliativ durch multiprofessionelle Teams versorgt werden", betonte der Generalsekretär des katholischen Wohlfahrtsverbandes, Georg Cremer, auf Anfrage. "In stationären Pflegeeinrichtungen brauchen wir jedoch mehr Personal, um sterbenskranke Menschen würdig zu versorgen. An dieser Stelle enttäuscht der Gesetzesbeschluss."

(KNA)

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