Zimmer auf einer Palliativstation
Zimmer auf einer Palliativstation

06.03.2015

Auf einer Palliativstation werden Leid und Beschwerden gelindert "Das Sterben steht bei uns im Mittelpunkt"

In der Regel kommen Patienten zu ihm, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. Als Palliativmediziner betreut und begleitet man todkranke und sterbende Patienten.

Steffen Simon ist Palliativmediziner. Er hat einen Job, den die meisten Menschen wahrscheinlich traurig und bedrückend fänden. Doch der 42-Jährige liebt seine Arbeit: "Das ist eine sehr reiche und intensive Erfahrung. Man bekommt viel zurück." Außerdem liege es ihm, mit Menschen zu reden. "Das kann ich auch viel besser, als etwa auf einem Brustkorb zu sitzen und zu reanimieren", sagt er schmunzelnd.

Simon ist Oberarzt im Mildred-Scheel-Haus, dem Palliativzentrum der Uniklinik Köln. In der Regel kommen Patienten zu ihm, die sich in der letzten Lebensphase befinden, die unheilbar krank sind und wissen, dass ihnen nur noch wenig Zeit bleibt. "Das sind sehr existenzielle Situationen. Und manchmal ist es auch zum Wegrennen, etwa dann, wenn es um junge Leute mit kleinen Kindern geht", sagt er.

Und dennoch macht er seine Arbeit in der Regel sehr gern: "Es sind die kleinen Momente, etwa, wenn ein Gespräch gut verlaufen ist oder man dabei sein durfte, wenn sich für den Patienten etwas Wichtiges geklärt hat." Simon strahlt Empathie und Humor aus - eine ideale Kombination für diesen Beruf.

Wohnliche Atmosphäre

Die Zimmer im Mildred-Scheel-Haus erinnern nur entfernt an ein Krankenhaus, sie wirken fast wie kleine Apartments. Sie sind wohnlich und hell. In jedem Zimmer gibt es nur ein Bett und zusätzlich eine gemütliche Sitzecke, in der auch Angehörige und Besucher Platz haben.

"Aber am schönsten ist der Garten", sagt Simon. Denn alle Zimmer blicken auf einen begrünten Innenhof mit Pflanzen, Büschen und Beeten und zahlreichen Sitzgelegenheiten, zu denen die Patienten über eine eigene Terrassentür jederzeit Zugang haben.

Etwa 450 Patienten werden pro Jahr im Mildred-Scheel-Haus behandelt und betreut. Es gibt 15 Zimmer. Steffen Simon ist auch für den Palliativmedizinischen Dienst zuständig, das heißt, er besucht Patienten, die auf anderen Stationen des Uniklinikums liegen, und berät sich dort mit den zuständigen Kollegen. Zudem bietet die Station einen ambulanten Palliativdienst an, die sogenannte Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), der Patienten zu Hause oder in einem Hospiz besucht. Insgesamt kommen die Ärzte des Kölner Palliativzentrums mit etwa 2.600 Patienten im Jahr in Kontakt.

Lebensqualität erhalten

Seine Aufgabe als Palliativmediziner sieht Simon darin, Beschwerden zu lindern, etwa Schmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Atemnot: "Uns geht es um die Lebensqualität des Patienten: Wie kann man sie erhöhen oder zumindest erhalten? Wie bewahren wir seine Mobilität möglichst lang, so dass er sich eigenständig fortbewegen kann?" In Gesprächen mit seinen Patienten versucht er herauszufinden, was sie sich von ihrer verbleibenden Zeit erhoffen: "Möchten sie noch jemanden sehen? Möchten sie noch irgendwohin? Wenn es irgendwie geht, versuchen wir, dafür eine Lösung zu finden."

Im Durchschnitt bleiben die Patienten zehn Tage auf der Palliativstation. "60 Prozent versterben bei uns. Die anderen 40 Prozent entlassen wir nach Hause, in ein Hospiz oder in ein Pflegeheim." Oberster Leitsatz ist: "Niemals einen Sterbenden verlegen. Wenn das Ende absehbar ist, bleibt der Patient bei uns - auch dann, wenn die Betten knapp sind", sagt Simon.

Persönliche Auseinandersetzung mit dem Tod

Um auf einer Palliativstation arbeiten zu können, müsse man dazu bereit sein, sich persönlich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, sagt Thomas Montag, der selbst lange als Palliativkrankenpfleger tätig war und nun angehende Palliativpflegekräfte im Palliativzentrum der Kölner Uniklinik aus- und weiterbildet. "In der Medizin geht es normalerweise darum zu heilen. Hier braucht man dagegen die Fähigkeit, den Tod als wahrscheinlichen Ausgang einer Erkrankung zu akzeptieren", sagt der 56-Jährige. Und mehr noch: "Das Sterben steht bei uns im Mittelpunkt." Dennoch gebe es auch viele lebensfrohe Momente auf einer Palliativstation, sagt Montag: "Etwa wenn wir zusammen Karneval feiern."

 Barbara Driessen

(epd)

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