Franziskaner in Betlehem
Franziskaner in Betlehem

21.12.2014

Franziskaner stark verschuldet Deutsche Provinz nicht betroffen

Der Franziskaner-Orden steht nach eigenen Angaben wegen dubioser Finanzgeschäfte vor der Pleite. Dem deutschen Teil geht es jedoch gut. 

Die Franziskaner in Deutschland sind nach eigenen Aussagen nicht von den finanziellen Schwierigkeiten der Generalleitung des Ordens betroffen. Das geht aus am Wochenende verbreiteten Erklärungen der Franziskaner in München sowie der Franziskaner-Minoriten in Würzburg hervor. Die einzelnen Teile seien in Finanzfragen selbstständig, erklärte der Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz, Cornelius Bohl. Die Schwierigkeiten hätten "organisatorisch nichts mit unserer Gemeinschaft" zu tun, schreibt der Provinzialminister der Franziskaner-Minoriten, Bernhardin Seither.

Am Freitag hatte der Generalminister des Franziskanerordens in Rom, Michael Perry, in einem Brief an alle Ordensangehörigen die "erheblichen finanziellen Schwierigkeiten" öffentlich gemacht. Der Grund dafür sind nach Medienberichten dubiose Geschäfte. Eine Untersuchung habe im September "zweifelhafte Operationen" und Mängel in der Kontrolle der Finanzen aufgedeckt, so der Generalobere. Daraufhin sei der bisherige Schatzmeister des Ordens, Pater Giancarlo Lati, von seinem Amt zurückgetreten und durch einen Nachfolger ersetzt worden. Der genaue Umfang des Schadens werde derzeit noch geklärt. Staatliche Behörden sollen dabei helfen.

Anlage nach ethischen Kriterien 

Die deutschen Franziskaner betonten dagegen, dass die Verwaltung ihres Geldes "nach klaren ethisch-ökologischen Anlagekriterien" geschehe, wie Bohl schreibt. Diese würden immer wieder aktualisiert und einer jährlichen externen Prüfung unterliegen. Dies gelte auch für ordenseigene Hilfswerke wie die Franziskaner-Mission in Dortmund oder den Franziskaner-Missions-Verein in München. Betroffen seien lediglich jene Häuser, die unmittelbar dem Generalminister unterstünden, etwa internationale Ausbildungszentren, und solche Provinzen, die bei der Ausbildung junger Brüder finanziell von der römischen Zentrale abhängig seien.

Die Franziskaner-Minoriten betonten, dass der überwiegende Teil des Kapitalvermögens im "Alters- und Pflegefonds" des Ordens angelegt sei. Dies müsse so geschehen, dass Wertverlust praktisch ausgeschlossen sei. Darüber hinaus vorhandene Rücklagen dienten dem Erhalt der Klöster und der pastoralen Aufgaben in Deutschland und in Missionsländern, schreibt Seither in seiner Stellungnahme in Würzburg. "Das Gelübde der Armut verpflichtet unsere Gemeinschaft und jeden einzelnen Bruder in der Nachfolge des Heiligen Franziskus zu einem einfachen Lebensstil im alltäglichen Leben."

Schlechte Nachrichten per Brief 

Bohl erklärte weiter, dass die Provinzialminister der mitteleuropäischen Provinzen bereits vor dem Brief durch den Generalminister von den Schwierigkeiten informiert worden seien. Sie hätten frühzeitig gefordert, "konsequent und mit externer Hilfe aufzuklären, wie es zu dieser für den Gesamtorden unhaltbaren Situation kommen konnte". Zugleich hoffe er, dass diese schwere Krise dazu beitrage, sichere Kontrollmechanismen für einen transparenten und verantwortlichen Umgang mit den materiellen Gütern zu entwickeln, so der Provinzialminister.

Eine Hilfe für die angeschlagene Zentrale schloss Bohl nicht aus. Der Orden sei eine weltweite Solidargemeinschaft. "Darum wird die Überwindung der finanziellen Schwierigkeiten eine Herausforderung für alle Provinzen sein." - Die vom heiligen Franz von Assisi (1181/1182-1226) gegründeten Franziskaner sind in besonderer Weise dem Armutsideal verpflichtet. Mit weltweit 14.000 Mitgliedern zählen sie zu den größten katholischen Männerorden.

(KNA)

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