Das Geschäft mit der "Liebe"
Das Geschäft mit der "Liebe"

Eine Änderung des Gewerberechts soll die Zwangsprostitution in Deutschland eindämmen. Mit der Einführung einer sogenannten Zuverlässigkeitsprüfung sollen Bordellbetreiber künftig schon bei der Anmeldung ihres Gewerbes eingehend überprüft werden. Darüber hinaus müssen sie mit Auflagen zum Schutz der Prostituierten rechnen.

28.06.2013

Novelle des Prostitutionsgesetzes in der Kritik "Der Menschenhandel muss ins Visier genommen werden"

Eine Änderung des Gewerberechts soll die Zwangsprostitution in Deutschland eindämmen. "Viel ändern wird sich nicht", kritisiert im domradio.de-Interview die Frauenrechtlerin Schwester Lea Ackermann.

domradio.de: Wie bewerten Sie die Novelle?

Ackermann: Viel geändert wurde nicht. Man will durch die Änderung des Gewerberechts den Menschenhandel eindämmen. Das ist aber zu kurz gegriffen. Man kann den Menschenhandel nicht einfach mit dem Gewerberecht ausrotten.

domradio.de: Auch SPD und Linke lehnen das Gesetz ab…

Ackermann: Das Gesetz ist ja in der rot-grünen Regierungszeit entstanden. Und es hat dazu geführt, dass es mehr Menschenhandel gibt und weniger Verurteilungen von Tätern. Was in dieser Beziehung in Deutschland geschieht, ist ungeheuerlich. Dass man das Gesetz nun noch mal besprochen hat, ist grundsätzlich gut. Dennoch: An der Tatsache, dass der Menschenhandel wächst, wird das Gesetz nichts ändern. Denn durch das 2002 ins Leben gerufene Gesetz konnten die Bordellbesitzer in den Wellnessbereich gehen. Was auch dazu geführt hat, dass seitdem sehr viele, große neue Bordelle gebaut wurden. Bordellbesitzer können sich im Fernsehen präsentieren und sagen, dass ihnen das Gesetz sehr geholfen hat. Wenn Frauen beispielsweise für einen Euro "versteigert" werden, gefällt ihnen das dann zwar nicht - aber es gehört nun mal zum Geschäft. Eine absolute Missachtung von Frauen!

domradio.de: Was muss sich ändern?

Ackermann: Die nun beschlossene kleine Änderung wird wohl wenig ändern. Der Menschenhandel muss wirklich ins Visier genommen werden. Die Frauen, die Opfer von Menschenhandel sind, müssen ein Aufenthaltsrecht erhalten. Unabhängig davon, ob sie vor Gericht aussagen wollen oder nicht. Damit sie die Sicherheit haben, auch aussagen zu können. Sie müssen geschützt werden. Das Geschäft der Täter muss abgeschröpft werden. Denn die Täter - Bordellbesitzer und Zuhälter - werden zu Millionären, während die Frauen ausgebeutet werden. Es gibt sogenannte Flatrate-Bordelle, in denen es ein Bier, ein Würstchen und eine Frau für zusammen 8,90 Euro gibt. Das ist absoluter Ausverkauf von Frauen. Frauen werden hier zur Ware!

Das Gespräch führte Verena Tröster.

(dr)

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