Vincent Autin und Bruno Boileau
Vincent Autin und Bruno Boileau

30.05.2013

Erstes schwules Paar in Frankreich getraut Premiere in Montpellier

In Frankreich ist nach monatelangem erbittertem Streit um die Homo-Ehe das erste schwule Paar getraut worden. Das Gesetz zur "Ehe für alle", das gleichgeschlechtlichen Partnern Heirat und Adoption erlaubt, war am 18. Mai in Kraft getreten.

Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und in Anwesenheit von Medien aus aller Welt gaben sich Vincent Autin (40) und Bruno Boileau (30) in Montpellier am Mittwoch gegen 18 Uhr das Ja-Wort. Die erste standesamtliche Trauung eines homosexuellen Paares in Frankreich überhaupt wurde in Anwesenheit von 140 akkreditierten Journalisten aus dem In- und Ausland von Bürgermeisterin Hélène Mandroux vorgenommen. Fast 200 Polizisten und Gendarmen waren im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen hatte das Rathaus eine geplante Übertragung der Hochzeit auf den Bildschirmen in der Stadt abgesagt.

Die Zeremonie wurde nur auf der Website des Rathauses übertragen. Am vergangenen Sonntag hatten die Gegner der Homo-Ehe erneut demonstriert. Nach Angaben der Polizei waren es 150.000 Demonstranten, nach Angaben der Veranstalter mehr als eine Million.

Erneut Ausschreitungen

Am Rande der Proteste war es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Nach dem Selbstmord des rechtsextremen Ideologen Dominique Venner, der sich am 21. Mai aus Protest gegen die Homo-Ehe von der Kathedrale Notre Dame in Paris gestürzt hatte, befürchteten die Behörden eine Eskalation der Gewalt während der ersten Trauung vor den Kameras aus aller Welt.

Montpellier will sein Image als "homofreundliche" Stadt bewahren und jedem Übergriff vorbeugen. Nach der Trauung fand die Feier im Familien- und Freundeskreis an einem geheim gehaltenen Ort statt. Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem hatte ihre Teilnahme als "Privatperson" angekündigt. Familienministerin Dominique Bertinotti sagte ihre Teilnahme ab, um das Klima zu entspannen.

Kirche will im Dialog bleiben

Der Erzbischof von Montpellier hat gelassen auf die erste Eheschließung eines homosexuellen Paares reagiert. Der Oberhirt der südfranzösischen Stadt, Jean-Marie Carre, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch, die Kirche wolle in der Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe "kein Öl ins Feuer gießen". Vielmehr sei ihr an einer sachlichen Auseinandersetzung zwischen Gegnern und Befürwortern gelegen. "Die Kirche verurteilt niemanden und will weiter im Dialog mit Homosexuellen bleiben", so der Erzbischof.

Erzbischof Carre forderte zugleich, die Position der katholischen Kirche solle respektiert werden. Diese sehe das Kindeswohl gefährdet, wenn Minderjährige bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen. "Ein Kind sollte bei Vater und Mutter leben", so der Erzbischof.

(epd, KNA)

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