23.01.2013

Klinikverbund weist Vorwürfe zurück "Falscher Eindruck"

Nach der Entschuldigung und Klarstellung von Kardinal Meisner in der Krankenhaus-Debatte hat sich nun auch noch einmal der Kölner Klinikverband zu Wort gemeldet und verschiedene Anschuldigungen der Medien dementiert.

Der Leiter der Unternehmenskommunikation der katholischen Krankenhäuser im Verbund der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH Christoph Leiden stellt gegenüber domradio.de klar, dass sich entgegen des in den Medien vermittelten Eindrucks "die mutmaßlich vergewaltigte Frau nie bei einem Arzt aus dem St. Vinzenz-Hospital und Heilig Geist-Krankenhaus" vorgestellt habe. Es sei "ausschließlich um eine telefonische Beratung zwischen der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, in deren verantwortlicher Behandlung sich die junge Frau bereits befand, und den diensthabenden Ärztinnen der beiden Krankenhäuser" gegangen. Im vorliegenden Fall habe sich "für beide Klinikärzte die Frage nach einer vollumfänglichen Weiterbehandlung" gestellt. Da sich die Patientin bereits in ärztlicher Obhut befand und katholische Krankenhäuser keine Notfallkontrazeption ausstellen und ausgeben dürfen, empfahlen die beiden Krankenhausärztinnen unabhängig voneinander, alle Maßnahmen im Sinne der Patientin aus einer Hand z. B. im Krankenhaus Holweide oder in der Uniklinik durchzuführen.

„Wir bedauern es sehr, dass der falsche Eindruck entstanden ist, die beiden Kliniken würden sich einer Behandlung von Opfern sexueller Gewalt entziehen", erklärt Stefan Dombert, Geschäftsführer der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH. Die Hospitalvereinigung hatte sich bereits am 17. Januar 2013 in einer Pressekonferenz öffentlich beim mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer entschuldigt.

Falschdarstellung im Ehrenfelder "Fall"

Um Sicherheit im Umgang mit der weiteren Behandlung von Vergewaltigungsopfern einheitlich für die Krankenhäuser des Verbundes zu gewinnen, habe die Geschäftsführung im Sommer eine ethische Stellungnahme in Auftrag gegeben. Diese wurde am 7. November 2012 durch das Klinische Ethikkomitee der Hospitalvereinigung St. Marien GmbH als Träger der Krankenhäuser verabschiedet. Die Ethische Stellungnahme habe zum Zeitpunkt des Vorfalls am 15.12.2012 offenbar noch nicht alle Bereiche durchdrungen, so Dombert. Die Geschäftsführungen der Gesellschaften haben eine Verfahrensanweisung auf der Grundlage der Ethischen Stellungnahme in die Wege geleitet, um damit Klarheit für alle ärztlichen Entscheidungsträger zu schaffen.

Desweiteren hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" in einem Bericht vom 19. Januar behauptet, durch das St. Franziskus-Hospital sei im April 2012 ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer abgewiesen worden. „Dieses Krankenhaus verfügt über keine Fachabteilung für Gynäkologie", so Leiden dazu, „weshalb der jungen Frau in diesem Fall eine fachgynäkologische Untersuchung durch die Universitätsklinik oder das St. Vinzenz-Hospital empfohlen wurde. Letzteres suchte sie anschließend auf und wurde dort im Rahmen der Abklärung einer Vergewaltigung stationär behandelt."