Überschwemmungen in Altenberg
Überschwemmungen in Altenberg
Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp
Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp

15.07.2021

Altenberger Dom und Haus Altenberg vom Hochwasser betroffen "Zwischenzeitlich dramatische Zustände"

Vollgelaufene Keller und sogar Wasser im Dom: Das Unwetter in NRW hat auch den Komplex Haus Altenberg - die Jugendbildungsstätte des Erzbistums Köln - erfasst. Schon in der Nacht wurden erste Maßnahmen ergriffen.

DOMRADIO.DE: Sie haben eine ziemlich aufregende, schlimme Nacht hinter sich, oder?

Tobias Schwaderlapp (Jugendseelsorger im Erzbistum Köln und Rektor der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg): Ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht überdramatisiere, weil man natürlich leicht überreizt ist. Aber wenn ich mir jetzt die Nachrichten generell aus NRW angucke und was überall passiert ist, es ist ja einfach an vielen, vielen Stellen richtig dramatisch gewesen. Bei uns ist keinem was passiert. Das ist schon mal das Gute. Aber es war natürlich auch hier eine sehr, sehr nasse Nacht. Und ja, es waren zwischenzeitlich schon dramatische Zustände. Alles unter Wasser.

DOMRADIO.DE: Ist die Jugendbildungsstätte denn im Moment voll? Sind Jugendliche da?

Schwaderlapp: Wir haben im Moment zwei Gästegruppen hier, die können wir auch im Moment noch versorgen. Aber der Krisenstab tagt, um mal zu gucken, wie wir wir jetzt mit den kommenden Wochen umgehen. Haus Altenberg steht noch und das ist schon mal gut. Aber es sind halt eben die Keller voll gelaufen, denn hier stand das Wasser im Tal und da muss man jetzt einfach mal gucken, wie viel da jetzt auch tatsächlich kaputt gegangen ist. Das Wasser wurde hier über Nacht abgepumpt und jetzt müssen wir das erst mal begutachten.

DOMRADIO.DE: Und war das Wasser auch im Dom?

Schwaderlapp: Im Dom war zeitweilig auch Wasser. Es ist so, dass oberhalb von Altenberg eine Umgehungsstraße ist, die leicht über eine Anhöhe über Altenberg führt und da kommt der Pfingstbach vom Hügel herunter. Und der war ein reißender Strom geworden und hat sich dann mitten ins Tal von Altenberg ergossen, rechts und links am Dom und auch an Haus Altenberg vorbei, und hat halt von da aus auf Dom und Haus Altenberg gedrückt. Den Dom hat man aber relativ gut sichern können, indem man das Seitenportal mit Sandsäcken und Matten abgedichtet hat. Da lief ein leichtes Rinnsal durch den Dom. Mehr ist Dom selber nicht passiert, weil auch der Dom natürlich aus der Weisheit der Jahrhunderte leicht erhöht gebaut wurde, sodass er relativ gut geschützt war. Auch da ist der Keller ein Thema, da müssen wir mal gucken.

DOMRADIO.DE: Sie bewahren in Altenberg ja das berühmte Altenberger Licht auf. Ist das trocken geblieben?

Schwaderlapp: Das Altenberger Licht brennt bei uns in der Hauskapelle von Haus Altenberg. Ich bin sehr froh, dass es das überstanden hat. Allerdings ist die Fackel vom Altenberger Licht jetzt wahrscheinlich irgendwo ertrunken. Aber die werden wir wieder retten können und so wird sie nächstes Jahr wieder brennen können. Aber das Licht selber hat es überdauert.

DOMRADIO.DE: Wie geht es denn jetzt bei Ihnen weiter?

Schwaderlapp: Das müssen wir jetzt sehen. Also im Moment kann ich da gar nichts wirklich sinnvoll zu sagen. Wie gesagt, über Nacht wurde jetzt erst mal weiter der Keller ausgepumpt. Die Pumpen laufen auch noch. Die Feuerwehr ist jetzt gerade zunehmend am Abreisen, weil die weiter zu Krisenorten müssen. Aber wenn jetzt erstmal abgepumpt ist, dann wird man sich hier eingehend mal mit der Elektrik, den Kühlräumen, Waschräumen und all dem, was da unten ist, auseinandersetzen müssen und gucken: Wo stand das Wasser und wo ist jetzt tatsächlich was beschädigt und wie kriegen wir das jetzt möglichst schnell wieder so auf die Kette, dass der Betrieb wieder gut laufen kann?

DOMRADIO.DE: Das ist jetzt vielleicht ein bisschen früh, aber erst die Pandemie, jetzt das schlimme Unwetter: Verstehen Sie persönlich das auch als Warnsignale, dass wir Menschen mit der Schöpfung vielleicht nicht weiter so umgehen können wie bisher?

Schwaderlapp: Ich war jetzt auf der Ebene noch nicht angelangt, aber in der Tat, klar. Wenn ich auf die Trockenheit in den USA gucke, und auf das, was wir jetzt hier im Moment an Niederschlägen erleben, da hört man permanent von Leuten: Mein Gott, das hat es ja noch nie gegeben, das haben wir noch nie erlebt. Das heißt, auch sehr betagte Leute sind überrascht von der Vehemenz der natürlichen Eingriffe im Moment. Und da muss man schon sagen, das ist sicherlich ein Warnsignal.

Das Interview führte Heike Sicconi.

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(DR)

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