Eine Frau hält die Stola eines Diakons
Eine Frau hält die Stola eines Diakons
Frank Zielinski
Frank Zielinski

09.03.2021

Neuer Leiter des Kölner Diakoneninstituts "Das hat mich erst einmal vom Stuhl gehauen"

Es gibt sie in der Kirche noch gar nicht wieder so lange, erst seit gut 50 Jahren: Ständige Diakone werden auch im Erzbistum Köln ausgebildet. Das Erzbischöfliche Diakoneninstitut bekommt zum 1. September einen neuen Leiter. 

DOMRADIO.DE: Was macht der Leiter eines Diakoneninstituts? Was werden Ihre Aufgaben sein?

Frank Zielinski (Des. Leiter Diakoneninstitut Köln): Ganz genau weiß ich das noch nicht. Aber was auf jeden Fall gilt, ist, dass ich die Leitung und damit auch die Verantwortung trage für die Ausbildung der ständigen Diakone bei uns im Erzbistum und auch im Dienst der beiden Bistümer Essen und Aachen. Denn da läuft die Ausbildung gemeinsam. Und das heißt im Prinzip, im Vorfeld mit Interessenten zu sprechen, mit denen zu schauen, ob das ihr Weg sein kann. Und dann, wenn die Männer sich in die Ausbildung begeben haben, sie auf ihrem Weg zu begleiten, mit denen zu gucken, was sie brauchen. Ob das der richtige Dienst für sie ist. Und dann am Ende dem Weihbischof und dem Kardinal entsprechende Gutachten vorlegen, mit denen er dann entscheiden kann, die Männer zu beauftragen und zu weihen.

DOMRADIO.DE: Im Herbst geht es los. Das kam für Sie sehr überraschend, oder?

Zielinski: Ja, das kam für mich tatsächlich sehr überraschend, quasi aus heiterem Himmel. Ich hatte nichts geahnt und auf einmal einen Anruf von Weihbischof Steinhäuser bekommen, der für die Ausbildung der ständigen Diakone in unserem Bistum der zuständige Bischofsvikar ist. Er bat mich, nach Köln zu kommen, was in diesen Corona-Zeiten eher ungewöhnlich ist. Und dann haben wir uns unterhalten und dann trug er mir in diesem Gespräch die Bitte des Kardinals vor, dass ich doch die Leitung übernehmen solle.

Das hat mich erst einmal vom Stuhl gehauen. Also ich habe gut gesessen mit dem Rücken an der Sofakante. Aber ja, das war doch erst einmal etwas, was ich gut verdauen musste.

DOMRADIO.DE: Dann haben sie ein bisschen überlegt und dann war die Entscheidung aber klar?

Zielinski: Ja, ich habe mit meiner Familie gesprochen, mit meinem geistlichen Begleiter, mit anderen Menschen, die mir nahe sind, mit dem bisherigen Leiter des Diakoneninstitutes, mit dem Personalchef und dann auch einiges mit ins Gebet genommen und dann am Ende gesagt: "Okay, ich kann mir das vorstellen".

DOMRADIO.DE: Sie sind selbst Ständiger Diakon. Wieso ist für Sie dieses Amt in der Kirche so wichtig?

Zielinski: Weil dieses Amt für mich das verkörpert, was für mich zutiefst Inhalt des Evangeliums ist, nämlich dass Gott in Jesus Christus uns Menschen dienen wollte.

Für mich ist die Bibelstelle eigentlich, die das Diakonat gut beschreibt, die Fußwaschung. Jesus, der seinen Jüngern die Füße wäscht und wir, die wir als Diakone in dieser Kirche auch gucken, was die Leute brauchen, wo wir ihnen helfen können, auf den Lebenswegen, die so ganz unterschiedlich sind und manchmal auch sehr bruchstückhaft. Und ich glaube, da können wir als Diakone, hoffe ich zumindest, gute Unterstützung und Hilfe sein.

DOMRADIO.DE: Sie arbeiten jetzt in einer Pfarrei im Düsseldorfer Süden. Was nehmen Sie da an Erfahrungen mit für die künftige Aufgabe?

Zielinski: Ich bin ja noch gar nicht so lange hier, erst seit anderthalb Jahren und war vorher im linksrheinischen Düsseldorf. Ich nehme generell mit aus der Gemeindearbeit, glaube ich, meine Leidenschaft für die Frohe Botschaft und meine Leidenschaft für die Menschen, für die Arbeit mit den Menschen vor Ort. Ich bin unheimlich gerne hier in der Gemeindearbeit tätig. Auch gerade hier, der Düsseldorfer Süden, der Düsseldorfer Rheinbogen, ist eine tolle Ecke, in der es gut tut, Christ zu sein und miteinander etwas zu bewegen. Und ja, ich nehme ganz viel Vertrauen mit und ganz viel Leidenschaft. So würde ich sagen.

DOMRADIO.DE: Dann gehen Sie also mit dem berühmten weinenden und auch lachenden Auge weg aus dem Düsseldorfer Süden hier nach Köln. Worauf freuen Sie sich hier am meisten?

Zielinski: Ich hoffe, dass ich mit meiner Leidenschaft andere Menschen begeistern kann und anstecken kann und sie eben auch so für den Dienst in den Gemeinden und für den Dienst am Evangelium irgendwie fit machen kann. Das ist das, worauf ich mich freue. Ich finde es unglaublich spannend, Menschen mit ihrer Berufungsgeschichte kennenzulernen und mit ihnen solch ein Stück des Weges ihrer Berufung zu gehen. Und ich freue mich auch darauf, zu gucken: Wie können die ständigen Diakone auch zukünftig in der Kirche und in unserer Gesellschaft einen guten Dienst leisten, in veränderter Zeit. 

Das Gespräch führte Carsten Döpp.

(DR)

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