Das Erzbistum Köln will in einem Bußgottesdienst seine Schuld bekennen
Erzbistum Köln in der Kritik
Die Vollversammlung des Diözesanrates tagt zweimal im Jahr.
Die Vollversammlung des Diözesanrates tagt zweimal im Jahr.

29.01.2021

Laiengremium setzt Zusammenarbeit mit Erzbistum Köln aus Suche nach Gespräch

Die Laienvertretung im Erzbistum Köln setzt ihre Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung um Kardinal Rainer Maria Woelki aus. Das beschloss der Diözesanrat bei seiner Vollversammlung am Donnerstagabend.

Nach der "ungeklärten Missbrauchsaufarbeitung" müsse erst wieder die "Basis für Vertrauen und Glaubwürdigkeit hergestellt werden". In einem weiteren Beschluss forderte das Gremium ehemalige und aktive Mitglieder der Bistumsleitung auf, unabhängig von juristischen Gutachten Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen zu benennen.

Die zehn Vertreter des Diözesanrates im obersten Beratungsgremium des Erzbischofs, dem Diözesanpastoralrat, lassen ihre Mitarbeit an der Neuausrichtung der Erzdiözese ruhen, wie es hieß. Für diese Beratungen sei derzeit "keine hinreichende Akzeptanz vorhanden". Konkret geht es hier um den Plan, aus den heute 180 Seelsorgebereichen der Erzdiözese mit ihren insgesamt rund 500 meist kleineren Pfarreien etwa 50 bis 60 Großpfarreien zu formen. An der Kirchenbasis stößt dies auf Kritik, weshalb über Alternativen nachgedacht wird.

Veröffentlichung von Gutachten gefordert

Weiter verlangt der Diözesanrat die Veröffentlichung des vom Erzbistum unter Verschluss gehaltenen Gutachtens der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) über Fehlverhalten von Führungskräften beim Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt. "Volle Transparenz und Offenlegung aller Sachverhalte ist die Mindestanforderung an Aufklärung und Aufarbeitung", heißt es in dem Beschluss.

Woelki solle das Angebot der Kanzlei WSW annehmen, ihr Gutachten auf eigenes Risiko zu veröffentlichen. Der Erzbischof lehnt das ab und verweist auf "methodische Mängel" und die mögliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Er hatte ein neues Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse im März vorgelegt werden sollen.

Der Diözesanrats-Vorsitzende Tim Kurzbach wirft dem Erzbischof vor, als moralische Instanz versagt zu haben. "Wir befinden uns in der größten Kirchenkrise, die wir alle je erlebt haben."

Reaktion von Weihbischof Ansgar Puff

Auf die Beschlüsse des Diözesanrates reagierte für die Bistumsleitung der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der auch dem Vorstand des Gremiums angehört. Er verwies darauf, dass Woelki, die Weihbischöfe und der Generalvikar täglich Gespräche mit Seelsorgern führten, um die Möglichkeiten zu bieten, "Frustrationen Ausdruck zu verleihen". Soweit Corona es ermögliche, "wollen wir in dieser Richtung in den nächsten Monaten weiterarbeiten".

Weiter zeige die Erklärung des Diözesanrates, dass Woelkis Entscheidung von Mitte Januar richtig gewesen sei, die Beratungen über die Bistumsreform frühestens im Juni fortzusetzen. Für das Thema brauche es mehr Zeit. Bis zum Sommer werde sich das Erzbistum vorrangig mit den für März erwarteten Ergebnissen des Missbrauchsgutachten befassen.

Andreas Otto

Zum Konflikt und zur Sitzung des DIözesanrates äußerten sich gegenüber DOMRADIO.DE auch der Diözesanratsvorsitzende Tim Kurzbach und Weihbischof Ansgar Puff.

(KNA)

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