Kerzen zur Erstkommunion
Kerzen zur Erstkommunion
Die Erstkommunionfeier im Kölner Dom musste verschoben werden
Die Erstkommunionfeier im Kölner Dom musste verschoben werden
Schulseelsorger Burkhard Hofer
Schulseelsorger Burkhard Hofer
Das Bild der Quelle - von den Erstkommunionkindern gemalt
Das Bild der Quelle - von den Erstkommunionkindern gemalt
Die Kommunionkinder haben sich selbst auf dem Bild dargestelt
Die Kommunionkinder haben sich selbst auf dem Bild dargestelt
Erstkommunionkind Lilly
Erstkommunionkind Lilly
Erstkommunionkind Georg
Erstkommunionkind Georg

17.05.2020

Erstkommunion im Kölner Dom wird auf September verschoben "Unabhängig von Corona bleibt dieses Sakrament ein Geschenk"

Traditionell feiern die Kinder der Kölner Domsingschule ihre Erstkommunion im Dom. An diesem Sonntag hätte sie stattgefunden – wenn nicht die Pandemie dazwischen gekommen wäre. Nun sind kreative Lösungen gefragt, sagt Schulseelsorger Hofer.

"Unsere Quelle bist du! Du Ursprung des Lebens, unendliche Kraft! Durch Jesus Christus fließt uns zu – lebendiges Wasser, das uns neu erschafft." Noch zaghaft üben die jeweils fünf Sängerinnen und Sänger der Klassen 3a und 3b an ihren Präsenztagen in der Schule mit den Chorleitern ihr Kommunionlied. Domkantor Oliver Sperling hat es eigens für sie komponiert. Es soll das Motto der diesjährigen Erstkommunionfeier "Gott ist die Quelle des Lebens" aufgreifen. Und es entspricht der Botschaft, die von dem Kommunionbild ausgeht, das der Künstler Hans Christian Rüngeler auch in diesem Jahr wieder – zum Glück noch vor Ausbruch der Corona-Krise – mit den Kindern gestaltet hat.

An diesem Sonntag nun wollten sie die eingängige Melodie zum ersten Mal gemeinsam auf den Stufen des Altares im Kölner Dom vortragen – zum Abschluss eines Festgottesdienstes, wie ihn die Domsingschule immer anlässlich der Ersten Heiligen Kommunion ihrer dritten Schuljahre feiert. In diesen Festtag eingebettet sollte die Premiere dieser neuen Komposition sein, die ganz nebenbei darauf verweist, dass in dieser Grundschule Singen und gemeinsames Musizieren groß geschrieben werden.

Hofer: "Wir machen das Beste aus der Situation"

Doch seit ein paar Wochen steht fest, dass es die große Feier, auf die sich die Kinder seit dem letzten Herbst in ihren wöchentlichen Koki-Stunden mit Schulseelsorger Burkhard Hofer vorbereitet haben, zu dem ursprünglich vorgesehenen Datum nicht geben wird. Die allgemein für den Kirchenbesuch geltenden Abstands- und Hygieneregeln machen es zurzeit unmöglich, dass alle 42 Kommunionkinder gleichzeitig mit ihren Familien diesen wichtigen Tag, in großer Gemeinschaft versammelt um den Vierungsaltar, in Kölns Kathedrale begehen. Am 12. und 13. September soll das Ereignis nun für jede Klasse in zwei getrennten Feiern nachgeholt werden.

"Natürlich bedauern die Eltern die Absage des vorgesehenen Termins sehr. Planungen mit einem Jahr Vorlauf von jetzt bis gleich zu stornieren und dieser Entscheidung nicht mit dem Herzen hinterherzuhinken, obwohl sich ja alle auf ein fröhliches Familienfest gefreut haben, fällt nicht leicht", beschreibt Hofer die Enttäuschung, die ihn in zahlreichen Mails erreicht hat. "Wir alle hätten uns das anders gewünscht, aber nun brauchen wir kreative Lösungen und machen das Beste aus der Situation. Wir lernen im Moment doch alle, mit diesen coronabedingten Einschränkungen umzugehen", betont er zuversichtlich.

Sternsingeraktion als starke Gruppenerfahrung

"Bis zum Schluss habe ich gehofft, dass es doch noch klappt und wir feiern können", gesteht Lilly aus der 3b. Sie sei schon sehr traurig, dass das Fest jetzt Mitte Mai ausfalle. "Ich wollte doch einen genauso schönen Tag wie mein älterer Bruder damals haben." Alles sei zuhause vorbereitet und sie selbst schon voller Spannung gewesen, wie das im Dom wohl sein würde mit diesen vielen Menschen. "Aber die Hauptsache, die Kommunion findet überhaupt statt", tröstet sich die Neunjährige.

Georg aus der Parallelklasse bedauert am meisten, dass die Koki-Fahrt Ende März ausgefallen ist. Der Achtjährige hatte sich schon auf die vielen Gemeinschaftsaktionen mit seinen Freunden gefreut – und darauf, bei dieser Gelegenheit seine ganz individuelle Kommunionkerze zu basteln. "Zusammen zwei Tage unterwegs sein – das geht ja nun leider nicht mehr. Dafür habe ich den aufregendsten Moment, nämlich den Empfang des Leibes Christi, noch vor mir. Die Kommunion – die braucht man doch", beteuert er.

Den Spannungsbogen bis Mitte September halten

"Wie kann ich den Kontakt zu den Kindern halten?" Diese Frage habe ihn gleich zu Beginn des Shutdowns bewegt, erklärt indes Schulseelsorger Hofer. Zum Glück hätten sie als starke Gruppenerfahrung die Sternsingeraktion und auch den Versöhnungstag mit dem Empfang des Beichtsakramentes erlebt. Seit der Schulschließung hat Hofer den Kommunionkindern – als Ersatz für die ausgefallenen Koki-Stunden – jede Woche einen Brief geschrieben. "Text- und Bildimpulse zur Passions- und Osterzeit oder auch die Aufforderung, das Glaubensbekenntnis in der Zwischenzeit auswendig zu lernen, es vielleicht aufzuschreiben und den Text zusätzlich sogar künstlerisch zu gestalten, waren kleine Aufgabenstellungen, über die ich mit den Kindern weiterhin kommuniziert habe", sagt der Pädagoge.

Natürlich habe er auch wissen wollen, wie sie die Kontaktsperre zuhause erlebten, und sich sehr über die ehrlichen Antworten der Kinder gefreut. Auch über die Einladung zur Teilnahme an einer vom Erzbistum entwickelten digitalen Bibel-Challange hat der Seelsorger den Austausch mit den Kindern gesucht. So konnte er die fehlenden persönlichen Begegnungen – auch in den Koki-Gottesdiensten – wenigstens teilweise kompensieren. "Es geht mir darum, mit kleinen katechetischen Elementen oder der kindgerechten Auseinandersetzung über die biblischen Sonntagstexte den Spannungsbogen bis Mitte September zu halten", so Hofer.

"Das Bild der Quelle strotzt vor Kraft und Lebendigkeit"

Da die Lindenthaler Kirche "Christi Auferstehung" derzeit nicht genutzt werden darf, wird er die Gottesdienste mit den Kommunionkindern, aber auch die mit allen anderen Schülern von jetzt an in ihren jeweiligen Klassenräumen feiern. "Es erinnert mich an die Hauskirche der frühen Christen, wenn wir mit einfachen Mitteln auf dem Lehrerpult einen kleinen Altar mit Decke, Kreuz, Kerzen und Bibel herrichten, um dann über Bibeltexte miteinander ins Gespräch zu kommen", sagt Hofer. Natürlich sei der Kommunionunterricht im Vorfeld der eigentlichen Feier mit allen seinen Elementen wichtig. "Aber nun passen wir uns eben den Rahmenbedingungen an und entwickeln Phantasie. Entscheidend ist doch, dass das Sakrament der Eucharistie ein Geschenk bleibt und dieses Geschenk Gültigkeit behält – auch unabhängig von Corona und der Anzahl an Kommunionstunden." Die tröstliche Botschaft bleibe schließlich dieselbe: Jesus ist bei dir. Er ist dein Freund und lässt dich nicht allein.

Was jedem Einzelnen in der Taufe zugesprochen worden sei, werde bei der Kommunion nun konkret. "Das den Kindern zu vermitteln – egal unter welchen Umständen – ist mir das wichtigste Anliegen“, betont der Theologe. "In der Gestalt des Brotes wird Jesus für mich berührbar. Er wird in meine Hände gelegt. Und ich nehme ihn auf. In der Eucharistie sättigt und kräftigt mich Gott und schenkt mir alles, was ich zum Leben brauche." Nichts anderes zeige auch das Bild der Quelle, wie es die Kinder selbst gemalt hätten: "Es strotzt nur so vor Kraft und Lebendigkeit."

In Zeiten von Corona mache gerade dieses Motiv für die Acht- und Neunjährigen die damit verbundene Verheißung nachvollziehbar. "Es zeigt, was es bedeutet – trotz aller Einschränkungen – aus dem sprudelnden Quellwasser neue Energie zu gewinnen. Gott schenkt uns ein Leben in Fülle." Diese Botschaft höre sich nicht nur in diesen Tagen gut an, findet Hofer.

Beatrice Tomasetti (DR)

(DR)

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